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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

So weit konnte man einst mit dem Zug durchfahren

09.03.2019

Wilhelmshaven /Bad Zwischenahn Heinz-Helmut Heidenbluth hat mit Interesse einen Beitrag auf der NWZ-Wirtschaftsseite gelesen: Wilhelmshaven soll ab 2023 eine direkte Zugverbindung nach Hannover bekommen, im zweistündigen Rhythmus! Quasi eine Fernverkehrsverbindung für die bahntechnisch nur unauffällig im Nahverkehr vernetzte Jade-Stadt.

Die erfreuliche Ankündigung der Landesnahverkehrsgesellschaft erinnerte den Zwischenahner Eisenbahn-Freund an ein Utensil, das bei ihm lagert: Ein altes Wagenlaufschild der Bahn für einen Fernzug von Wilhelmshaven nach Friedrichshafen am Bodensee, vom D-Zug 791. „Diese Langläufer sind doch faszinierend“, findet er. Züge seien von Wilhelmshaven einst teils bis nach Süddeutschland und sogar in die Schweiz durchgefahren.

„Erstaunlich“ (im negativen Sinne) sei es dagegen, wo Wilhelmshaven heute gelandet sei: „Angehängt“, wie das nahe Bremerhaven. Das sei doch ein Unding, findet Heidenbluth. Dabei müsse man ja gar nicht „jede Stunde einen ICE haben“, sagt Heidenbluth, „aber doch zumindest eine Anbindung ans Fernverkehrsnetz“. Da sieht er mit dem Regionalexpress nach Hannover nun einen ersten Schritt kommen.

So sieht es auch Hans-Joachim Zschiesche, Regionalvorsitzender Ems-Jade beim Fahrgastverband „Pro Bahn“. Er kann sich noch gut an die zahlreichen Wilhelmshavener Fernzüge erinnern, die nach und nach gestrichen wurden: Darunter seien neben den D-Zügen auch Eilzüge gewesen, die etwa über Cloppenburg und die Osnabrücker „Bahnhofsschleife“ (man kam in der Station quasi zweimal an) hinaus bis weit in den Westen fuhren, Richtung Mönchengladbach etwa. Darunter auch ein Kuriosum mit dem Kosenamen „Nato-Express“, der nur an Militärstandorten (wie Ahlhorn) hielt.

Für das bisher letzte Kapitel des Wilhelmshavener Fernverkehrsnetzes stand der „Interregio“ nach Berlin/ Leipzig. Der wurde 2002 abgekoppelt. Seither gibt es im Nahverkehr nur vereinzelte Züge bis Bremen.

Auch der bald durchgehende Regionalexpress nach Hannover bringe schon etwas für den Fremdenverkehr, sagt Jan-F. Kobernuß, Geschäftsführer der ift Freizeit- und Tourismusberatung (Köln), die schon zahlreiche Kommunen im Nordwesten begleitet hat. Die Region solle rechtzeitig „neue Mobilitätslösungen“ für die Reisenden der Zukunft entwickeln, um die vorhandenen Bahnhöfe herum. In Zukunft hätten ja „mehr Haushalte kein eigenes Auto.“ Im ländlichen Raum müsse der öffentliche Personennahverkehr weiter verbessert werden. Neue Angebote müssten kundenfreundlich und einfach zu handhaben sein.

Viele, so ist in Wilhelmshaven (auch in der Wirtschaft) zu hören, sehnen sich einen Intercity herbei – und schauen neidisch zum Ammerland und nach Ostfriesland. Jedoch: Dazu fehlt es schon allein an der Infrastruktur. Die in Modernisierung befindliche Strecke Oldenburg-Wilhelmshaven wird erst 2022 oder 2023 elektrifiziert sein.

Der Bad Zwischenahner Heinz-Helmut Heidenbluth schaut auf sein historisches Wagenlaufschild nach Friedrichshafen. Und er sagt zum Thema Fernverkehr: „Man muss Druck auf die Bahn machen, auf DB Fernverkehr. Sonst passiert nichts“.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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