WILHELMSHAVEN/DORNUM/HANNOVER - Schwerer Rückschlag für Wilhelmshaven: Der britische Chemie-Konzern Ineos bläst sein dort geplantes Milliardenprojekt ab. Ein Anstieg der Investitionskosten von deutlich über 30 Prozent allein in den vergangenen zwölf Monaten habe dieses Projekt unwirtschaftlich gemacht, teilte das weltweit drittgrößte Chemieunternehmen am Mittwoch mit.

Ineos wollte in Wilhelmshaven einen sogenannten Ethan-Cracker errichten und mehrere weitere Investitionen anstoßen. Dazu zählte beispielsweise der Bau einer Gas-Separationsanlage durch Statoil und Eon Ruhrgas im ostfriesischen Dornum.

Zeitweilig war von Investitionen in einer Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro sowie hunderten neuen Arbeitsplätzen die Rede.

Ineos war damit neben dem Jade-Weser-Port zu einem weiteren großen Hoffnungsträger für Wilhelmshaven und die Nordwest-Region geworden. Zahlreiche Vertreter der Region zeigten sich nach der Absage bestürzt.

„Es handelt sich um eine unternehmerische Entscheidung, die wir sehr bedauern, aber selbstverständlich akzeptieren“, sagte Christian Haegele, Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Hannover, im Gespräch mit der NWZ . Bund und Land hätten zu ihren finanziellen Zusagen gestanden. Bis vor wenigen Monaten habe es positive Signale gegeben.


Kommentar, S.4

Wirtschaft, S.23