WILHELMSHAVEN - Die Lösung für die unzureichende Versorgung von heroinabhängigen Suchtkranken in Wilhelmshaven liegt seit Jahren auf der Hand. Jetzt scheint sie in greifbarer Nähe.
Der Eigenbetrieb Grundstücke und Gebäude der Stadt Wilhelmshaven (GGS) soll im eigenen Immobilienbestand geeignete und dauerhaft akzeptable Räume für eine Substitutionspraxis finden, in der Heroinabhängige medizinisch versorgt werden und regelmäßig den Heroin-Ersatz Methadon erhalten können.
Eine entsprechende Zusage machte Sozialdezernent Jens Stoffers im Sozialausschuss, der sich wiederholt mit dem Thema Methadon beschäftigte. Ausschussvorsitzender Uwe Reese (SPD): „Wir müssen endlich eine Lösung finden.“
Zuvor ließ sich der Ausschuss über den Sachstand aufklären. Eingeladen waren der substituierende Hausarzt Matthias Abelmann sowie Helmut Scherbeitz von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) und der Leiter der Fachstelle Sucht der Diakonie, René Grotzeck. Zwei bis drei weitere Mediziner wären bereit, in die Versorgung einzusteigen, aber nur in einer Schwerpunktpraxis, so Abelmann. Auf dem freien Immobilienmarkt scheiterte die Suche nach Räumen an der Ablehnung von Vermietern, die keine Suchtpraxis akzeptierten. „Wenn wir eine Immobile finden sollten, werden Umbauten nötig sein und Kosten entstehen“, gab Stoffers zu bedenken. Abelmann erklärte, bei einer langfristigen Lösung zu Investitionen bereit zu sein.
