WILHELMSHAVEN - Ein paar Fische gingen umsonst ins Netz und blieben zum Marktende auf dem Eis im Verkaufswagen liegen, auch der Geflügelverkäufer hätte bis zum Schluss noch mit Schenkeln, Filets und anderem für die Bratröhre dienen können – selbst die letzten Einkäufer gingen am Heiligabend nicht leer aus.

Vom Hochfest des Konsums profitierte auch der Kioskbesitzer in Fedderwardergroden. „Seit der Wochenmitte war spürbar mehr los“, bilanziert Michael Hedden. Mit Tabakwaren und Lesestoff aus dem Zeitschriftenregal hätten sich die Kunden eingedeckt.

Die Rentnerin Brunhilde Stahl aus Himmelreich besorgte noch schnell eine „Frankfurter“ für ihre Tochter, die zu Besuch gekommen ist.

Seit sechs Uhr standen Heddens schon hinter dem Tresen. „Unsere ersten Kunden waren die Marktbeschicker“. Um 13 Uhr aber machten sie die Ladentür zu. „Ich freu mich schon auf Kartoffelsalat und Würstchen“, meinte Michael Hedden.

Nur nicht unnötig von der Hektik anstecken lassen, sagten sich Brita Hoffmann und Christa Baumann, die sich am späten Vormittag des Heiligabends eine Auszeit im Becker-Café gönnten. „Es ist alles schon vorbereitet“, versicherten die beiden Fedderwardergrodenerinnen, obwohl ihnen beiden ein großes Familientreffen zu Weihnachten bevorgestanden hat.


„Der Baum ist längst geschmückt, alle Einkäufe sind erledigt, und heute Nachmittag haben wir auch noch Zeit für den Kirchgang“, erzählte Brita Hoffmann, die sich auf das Beisammensein mit den Familien ihrer beiden Töchter freute. „Nach 47 Ehejahren macht man’s lang genug, da hat man ja wohl alles im Griff“, schmunzelte sie.

Reiner Zerhusen aus Rüstersiel hatte noch eine Idee für ein Last-Minute-Geschenk für seine Frau – aus dem Baumarkt. Mit einem Gas-Heizstrahler ging er zum Auto. „Den baue ich für sie auf der Terrasse auf“, verriet er. „Dann braucht sie nicht zu frieren, wenn sie sich mal eine Zigarette gönnt.“

Max Schmid lud Kaminholz „für die frierende Schwiegermutter“ und Frostschutzmittel für die Scheibenwaschanlage in den Kofferraum – für klare Sicht auf der Reise ins dänische Feriendomizil.

Madeleine Schütt und Marc Wegener versicherten sich mit Fußleisten, Silikon und anderen Baustoffen gegen Langeweile an den Festtagen. „Wir sind in ein älteres Haus in Accum eingezogen und haben noch etliches darin zu tun. Da nutzen wir auch ein wenig freie Zeit an Weihnachten. Doch am ersten Feiertag feiern wir mit der Familie“, erzählen sie im Vorbeigehen.

Hartmut Siefken
Hartmut Siefken Lokalredaktion, Wilhelmshavener Zeitung