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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Katar favorisiert Bau in Wilhelmshaven

23.11.2018

Wilhelmshaven Rückendeckung aus Katar für den Bau eines Flüssiggas-(LNG)-Terminals in Wilhelmshaven: Bei einem Besuch in der Jadestadt am Donnerstag betonte der Botschafter des Emirats, Scheich Saoud Bin Abdulrahman Al Thani, dass Katar grundsätzlich die Pläne zur Errichtung eines Flüssiggasterminals in Deutschland unterstütze und dass man dabei Wilhelmshaven als Standort favorisiere. Neben der Jadestadt gibt es auch in Stade und Brunsbüttel Pläne, solch ein Terminal zu errichten.

„Wilhelmshaven bietet viele Vorteile“, sagte Al Thani nach Gesprächen mit Niedersachsens Energieminister Olaf Lies (SPD) sowie Vertretern der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Wilhelmshavener Hafenwirtschaftsvereinigung. Vor Ort gebe es Unternehmen mit jahrzehntelanger Erfahrung durch den Ölimport, zudem seien die direkte Nähe zum tiefen Fahrwasser und die gute Netzanbindung und Infrastruktur vorteilhaft, erklärte der Botschafter.

LNG (Liquefied Natural Gas/verflüssigtes Erdgas) kann ohne Pipelines über große Entfernungen transportiert werden. Das Gas wird dabei stark heruntergekühlt und damit im Volumen verkleinert, mit Schiffen transportiert und am Anlandepunkt wieder umgewandelt. Je nach Größe und je nachdem, ob das Terminal als stationäre oder als schwimmende Anlage konzipiert ist, dürften die Kosten für den Bau eines Terminals zwischen 250 Millionen und einer Milliarde Euro liegen.

Katar ist Weltmarktführer im Export von Flüssiggas und hat bereits angekündigt, seine Ausfuhren um weitere 30 Prozent steigern zu wollen. „Und natürlich sind wir deshalb auch auf der Suche nach neuen Kunden“, unterstrich Al Thani die Interessen Katars, sich in Deutschland engagieren zu wollen. Wie ein mögliches Investment in Wilhelmshaven aussehen könnte, dazu hielt er sich noch bedeckt. Er betonte, dass Katar ein langfristiger Investor sein. „Und wenn wir investieren, dann schauen wir immer nach Partnerschaften“, sagte Al Thani.

Dieser mögliche Partner könnte der Energiekonzern Uniper sein. Das Düsseldorfer Unternehmen, entstanden aus einer Abspaltung von Eon, hatte im September erklärt, dass man in Gesprächen über die Entwicklung eines Flüssiggas-Terminals in Wilhelmshaven sei. „Wir wollen das Projekt gemeinsam mit Partnerunternehmen entwickeln“, hatte Uniper-Vorstand Keith Martin der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. Dabei sehe man sich jedoch weniger als Investor, denn als Ankäufer und Weiterverteiler von LNG. Uniper betreibt bereits ein Kohlekraftwerk an der Jade.

Energieminister Lies, selbst Befürworter eines Terminal-Baus in Wilhelmshaven, wertete den Besuch des Botschafters als „wichtiges Zeichen“. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es gelingen werde, auch den Bund davon zu überzeugen, dass Wilhelmshaven der „ideale Standort“ ist. Sollte der Bund 2019 eine Entscheidung treffen, könnte nach Ansicht von Lies „vielleicht im übernächsten Jahr“ mit dem Bau begonnen werden.

Auch Joachim Peters, Hauptgeschäftsführer der Oldenburgischen IHK, wertete das klare Bekenntnis Katars für Wilhelmshaven als „wichtiges Signal“. „Heute war ganz wichtig, dass der Botschafter für sein Land erklärt hat, dass es ganz ernste und auch strategisch langfristige Interessen gibt, sich in Niedersachsen für das Thema LNG zu engagieren“, sagte Peters.

Jörg Schürmeyer
Redakteur
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2041

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