WILHELMSHAVEN - Während die Querelen innerhalb der „Freien Wähler“ um die Führungsposition in Wilhelmshaven andauern, hat man sich auf Landesebene entschieden. „Der Vorstand des Landesverbands bedauert die Vorgänge in Wilhelmshaven. Frank Uwe Walpurgis wird aufgefordert, sein Amt als stellvertretender Landesvorsitzender endgültig niederzulegen“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Wir erkennen weiterhin den amtierenden Vorstand unter Udo Grubert an“, erklärte Landesgeschäftsführer Arnold Hansen (Ganderkesee).
„Thema abgeschlossen“
„Wir haben das Thema abschließend behandelt“, betonte Landesvorsitzender Arno Ulrichs (Simonswolde, Landkreis Aurich). Das Fass zum Überlaufen gebracht habe der Versuch, die berufliche Existenz Gruberts anzugreifen. Ulrichs: „Da hört der Spaß auf.“ Walpurgis bestreitet das.
„Der Kreisvorstand unter Udo Grubert wird zur Mitgliederversammlung in Wilhelmshaven einladen, um dort die weiteren Dinge zu regeln. Wir glauben, dass sich die aktuellen Zerwürfnisse nicht kitten lassen“, so Ulrichs. Wenn sich Walpurgis nicht selbst aus dem Landesvorstand zurückziehe, werde man ein Ausschlussverfahren einleiten.
„Wir sind nicht parteimäßig organisiert, sondern verstehen uns als Netzwerk“, so Ulrichs. „Die Unabhängigkeit der Wählergemeinschaften ist für uns ein hohes Gut, wir wollen da nicht reinregieren.“ Die Angelegenheit habe aber so weite Kreise gezogen, dass man handeln müsse. Aber auch künftig wolle man nicht über die Belange der Freien Wähler in der Jadestadt bestimmen. „Wie es dort weitergeht, müssen die Wilhelmshavener selbst bestimmen“, meinte Ulrichs.
Wie berichtet, hatten sich die Freien Wähler Wilhelmshaven (FW) im Dezember in zwei Lager aufgespalten. Rund 50 FW-Mitglieder hatten den Ausschluss des bisherigen Vorsitzenden Udo Grubert und drei weiterer Vorstandsmitglieder beschlossen. Gleichzeitig wählten sie einen neuen Vorstand mit Frank Uwe Walpurgis an der Spitze. Grubert bezweifelt die Rechtmäßigkeit der Beschlüsse und reklamiert den Vorsitz für sich.
Vorwürfe zurückgewiesen
Walpurgis wies die Vorwürfe des Landesvorstands zurück. Er sieht sich als rechtmäßig gewählter Kreisvorsitzender und will in einer Vorstandssitzung das weitere Vorgehen besprechen. Walpurgis und sein Stellvertreter Uwe Schütte erklärten, der Landesgeschäftsführer sei ständig mit Informationen versorgt worden. Ebenso habe Horst-Dieter Walzner als Ratsherr der Freien Wähler einen erklärenden Brief an den Landesvorstand geschickt, der aber nicht berücksichtigt worden sei.
Im Landesverband sei offenbar nicht einmal bekannt, dass Vorsitzender Ulrichs an der Sitzung, in der Walpurgis zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde, teilgenommen habe. Ulrichs habe dabei keine Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Sitzung geäußert. Landesgeschäftsführer Hansen habe – so Walpurgis – angekündigt, Akteneinsicht zu nehmen. „Das ist aber nicht erfolgt“, beklagte Walpurgis.
„Wir sind erschrocken über die Vorgehensweise und können nicht verstehen, dass das Votum der Mitglieder nicht zur Kenntnis genommen wurde“, sagte Schütte. Mehr als 60 Prozent der Mitglieder hätten sich gegen Grubert ausgesprochen. Schütte: „Wir haben keine Probleme, alles jederzeit zu belegen.“
