WILHELMSHAVEN - Auf die alten Querelen möchte Axel Kluth am liebsten gar nicht angesprochen werden. Er geht ihnen aber auch nicht aus dem Weg.

Der neue Geschäftsführer der Jade-Weser-Port-Realisierungsgesellschaft weiß, dass Ärger und Krach zu Großprojekten dazugehört. Aber nun soll’s beim Jade-Weser-Port auch genug gewesen sein. Er will sich dafür einsetzen, dass nun die wirklich wichtigen Dinge der Baustelle ins Zentrum geraten. „Jetzt geht’s um Zeit und Geld“, sagte Kluth am Montag in Wilhelmshaven. Seine wichtigste Aufgabe sei, darüber zu wachen, dass Termin- und Kostenpläne eingehalten werden. Dabei setze er auf Teamgeist sowie den Sachverstand und die Kompetenz seiner Mitarbeiter.

Im Gespräch mit Journalisten lässt der neue Spitzenmann beim Jade-Weser-Port an seinem zweiten Arbeitstag erkennen, dass er seine Hausaufgaben im Vorfeld des Dienstantritts ordentlich erledigt habe. Seinen ersten Besuch auf der Baustelle absolvierte er bereits Anfang Mai – unmittelbar, nachdem er seinen Fünf-Jahres-Vertrag unterzeichnet hatte.

Nach normalen Anlaufschwierigkeiten laufe der Betrieb inzwischen ganz ordentlich, sagt Kluth. Vier Bagger seien im 24-Stunden-Einsatz, fünf von 42 Millionen Kubikmetern Sand inzwischen aufgespült: „Wir sind auf gutem Weg.“

Ein geerbtes Problem ist der Streitfall um den im Frühjahr 2007 entlassenen technischen Projektleiter Wolf-Dietmar Starke, der inzwischen einen gerichtlichen Anspruch auf Weiterbeschäftigung erwirkt hat. An den jetzt anstehenden Verhandlungen ist Kluth nicht beteiligt, hofft aber, dass es schon bald zu einer „vernünftigen und menschenwürdigen Lösung“ kommen werde.


Wie er künftige Schwierigkeiten angehen will erklärt der ehemalige Nationalmannschafts-Ruderer mit einer Sportlererfahrung: „Ich habe gelernt, dass man nicht alles mit Kraft machen muss – man kann Probleme auch mit Intelligenz und Technik lösen.“

Interview, S. 10

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