WILHELMSHAVEN/HANNOVER/BRAKE - Der Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven wird voraussichtlich erst drei Monate später fertig als vorgesehen. Die künftigen Betreiber – Eurogate (Hamburg/Bremen) und eine Tochter der dänischen Reederei Maersk – wollen wegen des starken Einbruchs beim Containerumschlag einige Investitionen zeitlich strecken. Das teilten die Unternehmen am Donnerstag mit.

Die CDU/FDP-Landesregierung zeigte Verständnis für die Entscheidung und sieht das Projekt nicht gefährdet. Die SPD-Opposition im Landtag warnte dagegen vor Stillstand beim Bau des Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven.

„Wir prüfen derzeit, ob der Vertrag das zulässt“, sagte der Jurist der Baugesellschaft des Jade-Weser-Ports, Hans-Henning Pötter, zu einer Verschiebung. Eine Entscheidung werde es in wenigen Tagen geben. „Wir werden die Bauarbeiten termingerecht fortsetzen“, betonte Pötter.

Minister Bode will reden

„Die maritime Wirtschaft ist von der Wirtschaftskrise am stärksten betroffen“, sagte der neue niedersächsische Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) dieser Zeitung. Deshalb sei es verständlich, dass die Reedereien ihre betriebswirtschaftliche Situation überprüften und sich neu ausrichteten. Bode kündigte Gespräche mit Bremen, der Jade-Port-Gesellschaft und dem Betreiberkonsortium über „flexible Lösungen“ an. „Es gibt einen bestehenden Vertrag, und der gilt für alle.“


Der Hafenexperte der SPD-Landtagsfraktion, Olaf Lies (Sande), forderte einen konsequenten Weiterbau des Hafens. „Wir erwarten von einem so großen Partner wie Eurogate, dass er seinen vertraglichen Verpflichtungen in Gänze nachkommt.“

Bislang sahen die Pläne vor, dass Deutschlands einziger Tiefwasserhafen im Oktober 2011 zum Teil und 2012 voll in Betrieb gehen soll. Dies könnte sich nun um drei Monate verschieben. Eurogate ist an dem rund eine Milliarde Euro teuren Projekt mit rund 350 Millionen Euro beteiligt. Im Zuge der Wirtschaftskrise sei der weltweite Containerumschlag in diesem Jahr um durchschnittlich 20 Prozent eingebrochen, teilte Eurogate mit.

Bahn bestätigt Gleisausbau

Derweil bestätigte die Deutsche Bahn (DB) den zweigleisigen Ausbau der Strecke von Wilhelmshaven nach Oldenburg bis zum Jahr 2012. Im Anschluss daran werde die Strecke bis zum Jade-Weser-Port elektrifiziert, bestätigte der DB-Konzernbevollmächtigte für Niedersachsen und Bremen, Ulrich Bischoping, der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) in Brake.

www.jadeweserport.de

NWZ-Spezial: Informationen, Bilder und Videos zum Jade-Weser-Port, dem Jadeport, Jadebay und dem JadeWeserPark.