WILHELMSHAVEN/HANNOVER - Der niedersächsische Wirtschafts-Staatssekretär Joachim Werren hat in der Auseinandersetzung um den Jade-Weser-Port den Hafen-Beauftragten Joachim Erdmann in Schutz genommen. Er traue es dem Hafenplaner nicht zu, dass er jemanden psychisch unter Druck setze, sagte Werren am Donnerstag im Untersuchungsausschuss in Hannover. „Ich glaube, dass Erdmann ein ordentlicher Mann ist.“ Er selber habe von Vorwürfen der Beeinflussung mit unlauteren Mitteln nichts gewusst. Der FDP-Politiker wies Anschuldigungen zurück, er habe den Essener Baukonzern Hochtief bevorzugt.

Der inzwischen versetzte Hafen-Beauftragte Erdmann soll nach Zeugenaussagen einen Ingenieur der Hafen-Realisierungsgesellschaft massiv unter Druck gesetzt haben (...mehr). Damit sollte im Vergabeverfahren eine Entscheidung zugunsten des Unternehmens Hochtief beeinflusst werden. Gegen Erdmann wurde ein internes Disziplinarverfahren eingeleitet.

Staatssekretär Werren ist Aufsichtsratsvorsitzender der niedersächsisch-bremischen Realisierungsgesellschaft. Die Opposition von SPD und Grünen will klären, ob er von Manipulationen wusste oder sogar eine aktive Rolle gespielt hatte. „Wir haben wie die

Schießhunde aufgepasst“, dass das Verfahren zur Vergabe des Auftrages in Höhe von rund 500 Millionen Euro „sauber und unangreifbar“ durchgeführt werde, sagte Werren. 2010 soll der Tiefwasserhafen für Containerschiffe in Wilhelmshaven in Betrieb gehen, doch hat der Bau wegen Rechtsstreitigkeiten aber nicht begonnen.

Es wurde auch bekannt, dass es einen Vorstoß Niedersachsens gab, den bremischen Geschäftsführer der JadeWeserPort- Realisierungsgesellschaft, Jürgen Holtermann, von seiner Aufgabe zu entbinden. Dieser hatte die Papenburger Firma Bunte als „Torfstecher“


bezeichnet und damit Empörung im Emsland und im Ministerium ausgelöst. Werren sagte, er habe sich an eine „Bremer Persönlichkeit“ gewandt und erreichen wollen, dass Holtermann sein Mandat ruhen lasse. Dies sei aber erfolglos geblieben.

Hier finden Sie ein NWZ-Spezial zum geplanten Jade-Weser-Port