WILHELMSHAVEN - WILHELMSHAVEN - Die Oldenburgische Landesbank (OLB) ist gut in das Jahr 2006 gestartet. Bis April stieg der Gewinn nach Steuern um 11,6 Prozent auf 28 Millionen Euro, berichtete gestern Vorstandssprecher Dr. Jörg Bleckmann auf der Hauptversammlung in Wilhelmshaven. Die operativen Erträge seien um vier Prozent gestiegen, die Verwaltungsaufwendungen leicht gesunken, und die Risikovorsorge habe „noch“ einen positiven Beitrag geleistet.

Man sei auf gutem Wege, „Ihnen eine angemessene Rendite für Ihr Investment zu erwirtschaften“, sagte Bleckmann den mehr als 800 Aktionären und Beobachtern, darunter 70 Schüler. Für das Geschäftsjahr 2005, in dem der Überschuss auch durch einmalige Effekte auf 72,7 (zuvor 29,7) Millionen Euro gestiegen war, wird den Aktionären heute eine Dividende von 1,70 Euro je Aktie ausgeschüttet – nach 1,25 im Jahr zuvor. Mit 3,3 Prozent sei eine „kapitalmarktadäquate“ Dividendenrendite erreicht worden.

Das OLB-Management und die Mitarbeiter bekamen viel Lob zu hören. Von einer „erneut überzeugenden Leistung“ und einem „hohem Maß an Nachhaltigkeit“ sprach Markus Neumann von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger. Er würdigte auch das „hohe gesellschaftliche Engagement der OLB in der Region“.

Dr. Joachim Asendorf von der Aktionärsvereinigung DSW kritisierte die negative Kursentwicklung der OLB-Aktie 2005 (siehe Grafik) und fragte „nach einer Erklärung, wie das trotz der Gewinnentwicklung“ möglich sei? „Überhaupt nicht zufrieden“ zeigte sich damit Aktionär Hermann Boekhoff aus Apen. Er kritisierte zudem, die Bank habe Aktien aus dem eigenen Bestand zu billig verkauft.

Bleckmann schlug als Mittel gegen schwache Kurse vor: „Kaufen Sie OLB-Aktien!“ Die positiven Wirkungen von 2005 zeigten sich nun „auch in der Kursentwicklung“.


Aufsichtsratsvorsitzender Otto Steinmetz betonte auf entsprechende Fragen, die Mutter Dresdner Bank bzw. Allianz betrachte ihre OLB-Aktienmehrheit als „strategisches Engagement“. Zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden wurde Dr. Andreas Georgi (Dresdner Bank) gewählt, der bereits von 2002 bis 2004 diese Funktion ausübte.

Die Bank sehe Potenzial u.a. im Bereich von Schiffsfinanzierungen und erneuerbaren Energien, erläuterte Bleckmann. Man habe (neben Windenergie) auch zu Biogas- und Solarfinanzierungen Spezialwissen aufgebaut.

Der OLB-Chef rief dazu auf, den in Wilhelmshaven geplanten Jade-Weser-Port mit weiteren Infrastrukturinvestitionen zu begleiten. Dazu gehörten der zügige zweigleisige Ausbau und die Elektrifizierung der Bahnstrecke von Wilhelmshaven nach Oldenburg. Das Küstenautobahnprojekt A 22 müsse „dringend beschleunigt“ werden. Die sich bildende Metropolregion müsse „den gesamten Nordwesten umfassen“.