WILHELMSHAVEN - Die Menschen stehen bei ihm eindeutig im Mittelpunkt; ihr Befinden und ein einvernehmliches Miteinander liegen Fregattenkapitän Torsten Ites besonders am Herzen.

So war es ihm auch ein Anliegen, zur Verabschiedung als Kommandant beinah alle Weggefährten dieser drei Jahre persönlich zu erwähnen, um die Verbundenheit zum Ausdruck zu bringen. „Es ist mir mir gewiss nicht immer leicht gewesen“, bekannte der scheidende „Alte“ gegenüber der Besatzung. Denn bei allem „Menscheln“ an Bord ist er auch Perfektionist – mit hohen Ansprüchen nicht nur an sich selbst, sondern auch an seine Soldaten.

Das sei nicht immer bequem, weiß Kommandeur Eike Wetters. Und lobte Ites’ Führungsstil „mit viel Herz und Verstand“: „Kämpfen muss mit aller Konsequenz geübt sein. Professionalität hat immer den höchsten Stellenwert und ist die beste Lebensversicherung. Und die Leistungsfähigkeit der Besatzung gibt ihm recht.“

Auf den Tag genau vor drei Jahren hatte Torsten Ites seine „Brandenburg“ übernommen. Es folgten Werftzeit, eine erfolgreiche Ausbildungsphase und der viermonatige Einsatz gegen die Piraterie am Horn von Afrika. Die „Hansa Stavanger“ und ein toter Pirat bleiben prägend in Erinnerung. Danach blieb nur wenig Zeit zum Verschnaufen: Anfang Januar 2010 ging es für sechs Monate wieder heraus – als Flaggschiff des Einsatz- und Ausbildungsverbandes. „Ereignisreich und intensiv“ seien die drei Jahre an Bord gewesen, so Ites.

Die intensiv gelebte Patenschaft brachte eine starke Delegation aus Brandenburg zum Ausdruck. Zudem sieht man bei einer Kommandoübergabe selten so viele aktive und ehemalige Kommandeure, Kommandanten und Weggefährten der beiden Hauptpersonen. Gewiss ein Zeichen der besonderen Wertschätzung der Fregattenkapitäne Torsten Ites und Lutz-Michael Lorentzen, aber auch der „Brandenburg“ und ihrer leistungsstarken Besatzung.


Die erhielt viel Lob vom scheidenden Kommandanten, vom Kommandeur Eike Wetters und vom neuen „Alten“. Der hatte zwischen Istanbul und Valencia die Gelegenheit, die Soldaten ein wenig kennen zu lernen.

Alle drei Offiziere schwärmten vom besondern Geist und dem offenen Klima, welches an Bord herrsche. Gewiss ein Verdienst von Ites’ Menschenführung, betonte Wetters in seiner sehr persönlichen Rede.

Nachfolger Lutz-Michael Lorentzen stammt aus Jever. Der Vater von zwei Kindern trat im Sommer 1988 in die Marine ein und fuhr zunächst Minenjagdboot. Zuletzt war er Erster Offizier auf der Fregatte „Bremen“.

Fregattenkapitän Torsten Ites ist künftig im Kölner Personalamt der Bundeswehr für rund 400 Marinestabsoffiziere zuständig. Vor allem aber kann er nach langer Fernbeziehung endlich einmal richtig mit seiner Frau Bianca zusammenleben. „Jetzt hab’ ich ihn ganz für mich“, sagte sie leise, während ihr Mann von seinen Offizieren im Kutter an der angetretenen Besatzung vorbei gepullt wurde.