WILHELMSHAVEN/NORDENHAM - Für Claus Wülfers war der Jade-Weser-Port eine Ehrensache. Der stets hanseatisch korrekt auftretende Bremer war als ehemaliges Hapag-Lloyd-Vorstandsmitglied bereits im Ruhestand, als ihn die Landesregierungen Niedersachsen und Bremen 2001 baten, das hauptamtliche Management für das neue Hafenprojekt zu übernehmen.

Mit großem Elan trieb Wülfers als Chef der Jade-Weser-Port-Planungsgesellschaft die Vorbereitungsarbeiten für den Containerhafen voran, leistete unermüdlich Überzeugungsarbeit – und lieferte weniger als zwei Jahre später einen maßgeschneiderten Mini-Container mit zwölf dicken Aktenordnern als Genehmigungsantrag bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nordwest in Aurich ab.

Nach Wülfers übernahm im April 2004 mit Helmut Werner ein erfahrener Hafenmanager die Verantwortung für die Realisierung des Jade-Ports. Ihm zur Seite stand – gewissermaßen als Bremer Aufpasser – Jürgen Holtermann als Mitgeschäftsführer.

Diese Konstruktion stellte sich später als schwierig heraus. Das Verhältnis war offenbar durch Misstrauen geprägt. Beide scheiterten mit der Vergabe des 480-Millionen-Euro-Auftrags vor dem Oberlandesgericht Celle. Danach verlor die Gesellschaft auch noch den Prozess gegen den technischen Projektleiter Wolf-Dietmar Starke, der im Zuge der Auftragsvergabe entlassen worden war.

Für Helmut Werner, der jetzt seinen Ruhestand in Nordenham verbringt, waren es zum Teil schlimme Jahre. Auch deshalb, weil er in dieser Zeit eine schwere Erkrankung durchstehen musste.