WILHELMSHAVEN/SANDE/HANNOVER - Die Wilhelmshavener Hafenwirtschaftsvereinigung nimmt die Deutsche Bahn im Zusammenhang mit dem Bau des Jade-Weser-Ports in die Pflicht. Eine wie vom künftigen Hafenbetreiber Eurogate angekündigt um drei Monate verzögerte Inbetriebnahme dürfe die Bahn nicht dazu veranlassen, beim Ausbau der Bahnstrecke Wilhelmshaven-Oldenburg abermals eine Flucht aus den zugesagten Terminen anzutreten, schreiben die Hafenmanager Günter Reiche und Heiner Holzhausen in einer am Montag in Wilhelmshaven veröffentlichten Erklärung. Gleiches gelte für die Bahnumgehung in Sande.
Der verspätete Hafenstart sei zwar bedauerlich, so Reiche und Holzhausen. Der Bau laufe aber nach Plan. Eurogate, so der feste Eindruck der Hafenwirtschaftsvereinigung, stehe trotz der problematischen Entwicklung der Seeverkehre voll zum Hafenprojekt Containerterminal Wilhelmshaven.
Derweil verlangt die SPD-Landtagsfraktion von der Landesregierung Aufklärung über die Vertragsbedingungen mit Eurogate über den verbindlichen Zeitpunkt der Hafeninbetriebnahme. Ich erwarte eine kurzfristige Stellungnahme des Wirtschaftsministeriums dazu, sagte der hafenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Olaf Lies (Sande).
In der angekündigten Verzögerung sieht Lies nicht das eigentliche Problem. Vielmehr müsse klar sein, dass Eurogate voll und ganz hinter der schnellen Inbetriebnahme des Jade-Weser-Ports steht. Dazu gehöre auch, dass sich Bremerhaven und Wilhelmshaven gleichrangig am Markt positionieren könnten. Es kann nicht sein, dass erst wenn Bremerhaven voll gelaufen ist, der Jade-Weser-Port an den Markt kommt, sagt Lies.
NWZ-Spezial: Informationen, Bilder und Videos zum Jade-Weser-Port, dem Jadeport, Jadebay und dem JadeWeserPark.
