WILHELMSHAVEN - Die Marine am Standort Wilhelmshaven erhält in den kommenden Jahren bis 2018 vier Fregatten eines Neuen Typs F125. Das Projekt hat ein Volumen von 2,9 Milliarden Euro, wie der Vizepräsident des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB), Reinhard Schütte, am Montag in Hamburg beim offiziellen Start des Rüstungsprojekts sagte.
Der Vertrag zwischen dem BWB und einem Konsortium, dem unter anderem die Thyssen-Krupp Marine Systems AG, die Blohm + Voss Naval GmbH sowie die Bremer Friedrich Lürssen Werft angehören, wurde bereit im Juni 2007 geschlossen.
Diskussionen zum Umfang des Auftrages sowie Spekulationen über angebliche Streichungen widersprach Schütte. In der Vorgängerregierung habe es zwar Debatten darüber gegeben, sagte der BWB-Vizepräsident. In den vergangenen eineinhalb Jahren sei darüber jedoch nicht mehr diskutiert worden.
500 Arbeitsplätze gesichert
Den Bau dieser vier Schiffe sehe ich als sicher an, sagte Schütte. Den Angaben zufolge sichert der Bau der vier Fregatten rund 500 Arbeitsplätze in deutschen Werften und zudem mindestens 1500 Jobs in der Zulieferindustrie.
Das Projekt ist für den deutschen Marineschiffbau und die Zulieferindustrie von essenzieller Bedeutung, sagte der Vorstand der ThyssenKrupp Marine Systems AG, Hans Christoph Atzpodien, vor dem Produktionsstart. Es sichere den beteiligten Werften nicht nur eine solide Grundauslastung für die kommenden sieben Jahre. Darüber hinaus helfe der Auftrag Kernkompetenzen der deutschen Marineschiffswerften zu erhalten und neue Technologiefelder auszubauen, sagte Atzpodien.
Die Fregatte F125 zeichnet sich laut Thyssen-Krupp insbesondere durch die sogenannte Intensivnutzbarkeit aus. Die fast 150 Meter langen und 19 Meter breiten Schiffe sollen bis zu 24 Monate im Einsatz sein und sind für 5000 Seebetriebsstunden im Jahr konstruiert.
Zu den zentralen Aufgaben der Fregatten soll unter anderem die Seenotrettung, der Transport von Spezialkräften an ihre Einsatzorte sowie Einsätze im Kampf gegen Piraterie gehören.
Helicoptercrew an Bord
Die Fregatten werden über eine Stammbesatzung von 120 Personen und eine zusätzliche Helikoptercrew von 20 Personen verfügen. Das erste Schiff wird den Namen Baden-Württemberg tragen.
An Bord steht ein 127-Millimeter-Geschütz, das zur Unterstützung von Landstreitkräften gedacht ist. Solche Waffen waren auf Fregatten bislang unüblich; zuletzt waren die 2003 außer Dienst gestellten Zerstörer Mölders und Lütjens mit starken Geschützen ausgerüstet. Das BWB sieht in dem Projekt auch Chancen für die deutsche Exportwirtschaft.
