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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Kreuzfahrtschiffe sollen Hafen beleben

06.10.2017

Wilhelmshaven Als Anlaufstelle für große Kreuzfahrtschiffe soll der Wilhelmshavener Hafen in Zukunft neue Akzente setzen. Nachdem der Containerumschlag im Jade-Weser-Port langsam Fahrt aufgenommen hat, will sich die Stadt am Jadebusen in das boomende Kreuzfahrtgeschäft einbringen. „Eine hervorragende Idee, um den Hafen zu beleben und den Tourismus in Wilhelmshaven und Friesland voranzubringen“, sagte John Niemann, Präsident der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung, auf der Mitgliederversammlung der Organisation.

Das Kreuzfahrtgeschäft stoße wegen der eingeschränkten Verfügbarkeit der anzulaufenden Häfen an Grenzen. Deshalb würden derzeit neue Häfen mit attraktiven Angeboten gesucht. Niemann („Wir wittern eine Chance für Wilhelmshaven.“) äußerte sich erfreut darüber, dass in dem der Kommunalpolitik vorgelegten Entwurf eines Tourismuskonzepts eine alte Anregung der Hafenwirtschaft zum Thema Kreuzfahrtgeschäft aufgenommen worden sei.

Inzwischen gebe es eine Projektgruppe, in der neben Vertretern der Hafenwirtschaft weitere Fachleute, darunter der Wilhelmshavener Tourismuschef Michael Diers, tätig seien. Ziel der Gruppe sei es, im Rahmen einer Machbarkeitsstudie die verschiedenen Aspekte und Anforderungen herauszuarbeiten und nach einer genauen Analyse zu bewerten. Dabei solle der Blick auf die Finanzierbarkeit und den wirtschaftlichen Betrieb nicht außer Acht gelassen werden.

Als weiteren Schritt zur Entwicklung des Tiefwasserhafens Jade-Weser-Port setzt sich die Hafenwirtschaft für einen Anschluss Wilhelmshavens an das deutsche Binnenwasserstraßennetz ein. Da frühere Pläne für eine Kanalverbindung von der Jade in die Weser aufgrund zahlreicher Naturschutzhemmnisse nicht mehr durchsetzbar seien, habe es ein Forschungsprojekt zur Ermittlung einer Schiffsform gegeben, die geeignet sei, von Wilhelmshaven aus über Jade und Außenweser in das deutsche Binnenwasserstraßennetz zu gelangen.

Dabei habe sich eine Schlepper/Schubleichter-Lösung herausgestellt, die technisch machbar und bei entsprechendem Ladevolumen auch wirtschaftlich darstellbar sei. Voraussetzung sei allerdings eine Mittelweser, die für sogenannte Großmotorgüterschiffe weitestgehend uneingeschränkt befahrbar sei. Inzwischen habe der Bund dafür entsprechende Mittel zugesagt.

Mehrere Wilhelmshavener Unternehmen seien zudem mit dem Thema Flüssiggas (LNG) beschäftigt. Der Hafen biete beste Voraussetzungen für ein entsprechendes Terminal und Ende Oktober werde eine Potenzialstudie zu diesem Thema vorgelegt.

Unzufrieden äußerte sich Niemann über die Politik der Grünen in Niedersachsens Landesregierung: „Wir brauchen im Land eine Regierung ohne die Grünen. Die stören.“ Eine wirtschaftliche Weiterentwicklung des Landes sei so nicht möglich.

Gegenüber dieser Zeitung beklagte sich Niemann besonders über Umweltminister Stefan Wenzel, der in einem Interview mit dieser Zeitung gesagt hatte, dass die Hafenwirtschaft zu einem Gespräch über geplante Naturschutzgebiete an der Weser nicht erschienen sei. Ein solcher Termin sei weder ihm noch dem zuständigen IHK-Geschäftsführer Felix Jahn bekannt.

Über gute Zukunftschancen für den Jade-Weser-Port berichtete Eurogate-Geschäftsführer Michael Blach, der einen Überblick über die Entwicklung des weltweiten Containergeschäfts gab. Er verwies darauf, dass die Zahl der Beschäftigten im Jade-Port von 400 auf 600 erhöht werden solle.

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