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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Küstenländer setzen auf Kooperation

27.11.2018
Bei der Standortkonferenz hatten die Minister viel zu besprechen (Bild: Torsten von Reeken).

„Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir etwas tun.“ Das war ein Satz, der am Montag am Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven häufiger zu hören war. Getroffen hatten sich dort die Wirtschafts- und Verkehrsminister sowie Senatoren aus Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen zu einer Konferenz über aktuelle Themen des Wirtschaftsstandortes Norddeutschland.

Heraus kam dabei vor allem: „Um international bestehen zu können, müssen wir stärker zusammenarbeiten“, sagte Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU). Wichtige Themen, die diskutiert wurden, waren neben der mangelnden Mobilfunkversorgung auch das geplante Importterminal für Flüssigerdgas (LNG) und der Bundesverkehrswegeplan 2030 – Stichwort Hinterlandanbindung. Im Rennen um Deutschlands erstes LNG-Importterminal sind neben Wilhelmshaven auch Stade und Brunsbüttel.

Viel diskutiert wurde vor allem über eine flächendeckende Versorgung mit schnellen und stabilen Mobilfunknetzen. „Im Vordergrund muss dabei die maximale Versorgung stehen und nicht der maximale Erlös“, sagte Althusmann. Die Mobilfunkversorgung hinke in Deutschland weit hinter dem her, was für ein Industrieland angemessen sei. „Das ist ein Wettbewerbsnachteil. Wir müssen den Ausbau massiv vorantreiben“, erklärte er. Noch könne die gute Konjunktur diesen Nachteil kaschieren. „Das wird aber nicht ewig so bleiben“, erklärte Althusmann.

Gert Stuke, Präsident der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK), appellierte, bei der 5G-Frequenzvergabe „auch kleineren Anbietern eine Chance zu geben, um eine möglichste hohe Abdeckung zu ermöglichen“.

Der Norden will in puncto Wachstumstempo mit den süddeutschen Ländern stärker mithalten. Es dürfe nicht um kleinteiliges Denken in bestimmten Regionen gehen, sondern um die großen Linien und eine gemeinsame Industriepolitik für den Norden, sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP). Die Wachstumsgeschwindigkeit im Süden Deutschlands sei deutlich höher als im Norden. „Wir müssen aufholen.“

Bernd Althusmann betonte, die norddeutschen Länder seien eine starke Wirtschaftskraft in Deutschland. Verbesserungsbedarf gebe es aktuell unter anderem bei der oft lückenhaften Mobilfunkversorgung in den Seehäfen und im Küstenbereich. Gemeinsam mit Buchholz forderte er eine länderübergreifende Strategie für die Wasserstofftechnologie. Diese sei eine wesentliche Zukunftstechnologie für den Antrieb von Schiffen, Flugzeugen und für Fahrzeuge zur Ergänzung der E-Mobilität. „Da müssen wir den Bund wohl noch etwas anschieben“, sagte Althusmann.

Die Minister verständigten sich außerdem auf ein Pilotprojekt für eine Digitalplattform für Häfen. Hamburg soll das Projekt auf den Weg bringen und koordinieren. Es wäre unsinnig, wenn jetzt jeder Hafen anfinge, eine eigene digitale Plattform zu entwickeln, sagte Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos).

Zum internationalen Wettbewerb der norddeutschen Seehäfen – insbesondere mit China, hieß es vonseiten der Konferenz-Teilnehmer: „Unsere Konkurrenz sitzt am Mittelmeer und vor allem in Asien. Wir sind als norddeutsche Küstenländer gut beraten, eine gemeinsame China-Strategie für den maritimen Wettbewerb zu entwickeln“, sagte Althusmann.

Die Senatoren und Minister begrüßten die Prognose 2030 im Rahmen des aktuellen Bundesverkehrswegeplans, da ihr ein realistisches Aufkommen der Seehäfen zugrunde liege und daraus der Bedarf für die Hinterlandanbindung abgeleitet worden sei, hieß es am Montag. Angesichts einer von 2010 bis 2030 um 38 Prozent steigenden Gesamtgüterverkehrsleistung werde insbesondere beim Schienenverkehr ein Zuwachs der Verkehrsleistung um 42,9 Prozent erwartet.

Die Konferenz der Wirtschafts- und Verkehrsminister der norddeutschen Länder will die gemeinsamen Interessen des Nordens zu Themen wie der maritimen Wirtschaft oder der Verkehrsinfrastruktur bündeln, um beim Bund und der Europäischen Union mit einer Stimme sprechen zu können. 2019 hat Schleswig-Holstein den Vorsitz der Konferenz.

Sabrina Wendt
Redakteurin
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2042

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