WILHELMSHAVEN - Romantik am Feuerkorb, Märchenlesung im Schafstall oder das große Märchenfest – diese Veranstaltungen lockten in den vergangenen Jahren regelmäßig viele Besucher in den Störtebeker Park in Wilhelmshaven. In diesem Jahr werden die Parkbesucher darauf verzichten müssen. Zumindest im gewohnten Umfang wird es das Veranstaltungsangebot in dem von der Beka (Gesellschaft für soziale und berufliche Integration) geführten Park vorerst nicht mehr geben.

Einsparungen des Job-Centers Wilhelmshaven zwingen die Beka dazu, die Öffnungszeiten des Parks zu verkürzen. Vom 2. Mai bis 30. September können Besucher montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr in den Park kommen. An den Wochenenden wird er bis auf wenige Ausnahmen geschlossen bleiben.

Bisher hatte das Jobcenter der Beka für die Saison zehn bis 14 Langzeitarbeitslose vermittelt. Sie waren u. a. für die Organisation von Veranstaltungen zuständig. „Diese Helfer fallen weg“, erklärt Peter Siefken, Beka-Geschäftsführer. Er hofft, über das von der Bundesregierung geplante Projekt „Bürgerarbeit“ zwei Mitarbeiter einstellen zu können. Durch das Projekt sollen Langzeitarbeitslose den Weg in den Arbeitsmarkt finden.

Zwischen 15 und 20 Jugendliche der Beka-Jugendwerkstatt arbeiten weiter im Störtebeker Park, erledigen gartenplanerische, bauliche und hauswirtschaftliche Arbeiten. Sie bauen und reparieren Spielgeräte, pflegen Beete, kochen und backen im Pfannkuchenhaus. „Das kann in diesem Jahr auch nur eingeschränkt geöffnet werden“, sagt Siefken.

Die Grillhütte kann weiterhin gemietet werden, und mittwochs und donnerstags gibt es für Gruppen die Möglichkeit zum Besuch. Das Märchenfest wird es trotz allem auch in diesem Jahr geben und zwar am Sonntag, 29. Mai. „Es ist das zehnte Mal. Das lassen wir uns nicht nehmen“, sagt Enno Ellerbrock, Betriebsleiter der Beka.


Dass der Park nur noch eingeschränkt nutzbar ist, bedeutet nicht, dass dort nicht gearbeitet wird. Im Gegenteil, die Jugendlichen haben viel zu tun. Das Miniaturrathaus haben sie schon abgerissen und die Tunnelrutsche, die Kletterwand und die Eisenbahn sind überholungsbedürftig.

Eintritt kostet der Besuch des Störtebeker Parks in diesem Jahr nicht (bisher waren es 2,50 Euro für Erwachsene). „Wir wüssten auch gar nicht, wer sich dort hinsetzen sollte, um zu kassieren“, so Siefken.

Auf keinen Fall sollte die „Atempause“ – wie Siefken sie nennt – aber als der Anfang vom Ende gesehen werden: „Wir hatten immer mal wieder mit den Folgen von Sparzwängen zu kämpfen. Die Existenz des Parks ist aber deswegen nicht in Gefahr.“

Vielmehr wollen sich die Verantwortlichen wieder auf das ursprüngliche Konzept besinnen und neue Ideen entwickeln. Der Störtebeker Park war immer ein Lerngarten und kein Freizeitpark. Die Erwartungshaltung der Besucher sei eine andere gewesen. „Diese Erwartungen konnten wir nicht immer erfüllen“, sagt Siefken. Es soll auch weiter um Erlebnisse ohne finanziellen Aufwand gehen.