Wilhelmshaven - Der „Jade-Weser-Port“ hat zwar noch nicht die gewünschte Fahrt aufgenommen, lässt aber erkennen, dass er auf dem richtigen Kurs ist. Außerdem sind die ersten Schritte für die Planung der Erweiterung eingeleitet: Für John Niemann, den Präsidenten der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung, bedeutet die Entwicklung, dass Deutschlands einziger Tiefwasser-Containerhafen bei ihm einen neuen Stellenwert bekommt.

Nachdem das ehrgeizige Entwicklungsprojekt etwa zwei Jahrzehnte das Denken und Handeln der Wilhelmshavener Hafenplaner ganz wesentlich prägte, rutscht es nun ein wenig in den Hintergrund. Damit können sich nun andere beschäftigen.

Im Kopf von John Niemann und seinen Mitstreitern stehen jetzt die drei Buchstaben LNG ganz weit vorne. Liquefied Natural Gas ist verflüssigtes Erdgas – und für Wilhelmshaven kein neues Thema. Seit Jahren gibt es an der Jade die DFTG, die Deutsche Flüssigerdgas Terminal GmbH, die bereits über Teil-Errichtungsgenehmigungen verfügt, bisher aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht aktiv wurde.

Das soll sich nach dem Wunsch der Hafenwirtschaft in Wilhelmshaven ändern, zumal die Bedeutung von Flüssiggas in der Schifffahrt, beispielsweise als Treibstoff für Verbrennungsmotoren zunimmt. Immer mehr Schiffe fahren mit diesem umweltfreundlichen Treibstoff – und weitere Chancen ergeben sich an Land. Ziel ist es, Wilhelmshaven zum LNG-Hafen auszubauen.

Zwei weitere LNG-Projekte werden bei der Pipeline-Gesellschaft NWO (Nord-West Oelleitung GmbH) und beim Tanklagerbetreiber HES auf dem ehemaligen Raffineriegelände untersucht. Außerdem soll Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel überzeugt werden, dass es sinnvoll sei, analog zum Mineralöl auch für Gas einen 90-Tage-Krisenvorrat anzulegen.


Welche Chancen Flüssigerdgas bietet, soll Anfang Februar auf einer Tagung demonstriert werden.