WILHELMSHAVEN - Die Familie Voges hat für die von ihr geführte Autohaus-Gruppe Insolvenz angemeldet. Helmut Voges, Geschäftsführer der Voges Automobile GmbH, bekräftigte den festen Willen, das Unternehmen in Wilhelmshaven weiterführen zu wollen. „Vorrangiges Ziel ist die Fortführung und der Erhalt der Autohäuser.“

Das Amtsgericht hat den Rechtsanwalt und Notar Christian Hanken (Wittmund) zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Hanken will sich umgehend einen Überblick über die Lage der betroffenen Unternehmen verschaffen und Gespräche mit Gläubigern führen. Eine Schlüsselrolle dürfte dabei den Autoherstellern zufallen.

Die Autogruppe Voges zählt mit der Voges Automobile GmbH und der Frank Voges Automobile GmbH zu den größten Autohändlern im Nordwesten. Das Unternehmen beschäftigt 120 Mitarbeiter und habe 2009, so Helmut Voges, einen Umsatz von 50 Millionen Euro gemacht. Einschließlich der 15 Partnerunternehmen zwischen Cuxhaven, Emden und Oldenburg, habe man rund 4000 Autos abgesetzt. Aktuell lägen Verträge über 250 bis 300 Neuwagenverkäufe vor, die man jetzt im Einvernehmen mit Herstellern und Kunden abwickeln werde.

„Wir haben kein Ertragsproblem, wir haben ein Liquiditätsproblem“, sagte Voges. Die bislang eingeleiteten Sanierungsschritte hätten nicht ausgereicht. Deshalb strebe man jetzt eine geordnete Insolvenz an. Die Belegschaft wurde in einer Betriebsversammlung informiert. Der Eindruck von Voges: „Die Mitarbeiter ziehen alle mit.“

Die Oktober-Gehälter wurden gezahlt. Die Zustimmung der Agentur für Arbeit vorausgesetzt könnte sich Insolvenzausfallgeld anschließen. In drei Monaten, in denen der Betrieb uneingeschränkt fortgesetzt werden soll, muss das Sanierungskonzept stehen, damit das Unternehmen weitergeführt werden kann.


Als Gründe für die Schieflage nennt Voges einen Einbruch beim Neuwagengeschäft von 35 bis 40 Prozent sowie den Verfall der Gebrauchtwagenpreise. Beides seien Spätfolgen der Abwrackprämie, mit der 2009 die Branche gestützt wurde.