WILHELMSHAVEN - Deutschland ist Exportweltmeister, immer noch. Dabei nehmen See- und Containerhäfen eine zentrale Rolle ein, auch die niedersächsischen. Schon bald soll Wilhelmshaven durch den Jade-Weser-Port zu einer der großen Logistikdrehscheiben Europas werden. Neben 1000 Arbeitsplätzen im Hafenbereich sollen weitere 1000 hafenunabhängige Jobs entstehen. Und alle erwarten einen Boom. Alle? Zumindest die ganze Logistikbranche.

Da qualifizierte Arbeitnehmer nicht vom Himmel fallen, haben der Allgemeine Wirtschaftsverband Wilhelmshaven-Friesland (AWV) und die Wilhelmshavener Hafenwirtschaftsvereinigung (WHV) den bundesweiten „Tag der Logistik“ am Donnerstag zum Anlass genommen, in Wilhelmshaven eine Veranstaltungsreihe aus Vorträgen und Unternehmensbesichtigungen zu organisieren und dadurch Hafenwirtschaft und Logistik sowie ihre Berufe vorzustellen und junge Leute für sie zu werben.

Die Botschaft des Tages war klar: Theorie und Praxis müssen Hand in Hand gehen, um den Nachwuchs fit zu machen für die immer stärker voranschreitende Globalisierung. Und wie soll das funktionieren? Man gehe an die Orte der Wissenschaft und Bildung und ergänze deren theoretische Seminare durch das Know-how starker regionaler Unternehmen. So fand die Vortragsreihe vor zahlreichen Wirtschaftsvertretern und Studenten nicht ganz zufällig in der Fachhochschule in Wilhelmshaven statt, die gemeinsam mit den Standorten Elsfleth und Oldenburg, bereits verschiedene Studiengänge in den Bereichen Transportmanagement, Hafenwirtschaft und Meerestechnik anbietet.

Wilhelmshaven rüstet auf: Vor dem Hintergrund, dass rund 95 Prozent des globalen Warenaustausches auf dem Wasser stattfinden und sich die Zahl der Standardcontainer, die pro Jahr auf den Weltmeeren bewegt werden, in den vergangenen sechs Jahren auf 400 Millionen verdoppelt hat, blickt die Stadt am Jadebusen tatsächlich in eine rosige Zukunft. Ab 2011 sollen am einzigen Tiefwasserhafen Deutschlands Container-Riesen mit einem Tiefgang von 16 Metern für einen regen Im- und Export sorgen. Im Idealfall vier davon gleichzeitig. Auch von einem weiteren Ausbau des Schienen- und Straßennetzes würde die Wirtschaftsregion Weser-Ems profitieren.