Wildeshausen - „Warum lässt man nicht mal den gesunden Menschenverstand oder vielleicht auch den Maulwurfverstand walten“, melden sich die Aktivisten von „Willi wühlt“ zu Wort. Anscheinend werde wohl schon wieder am Bürgerwillen vorbei regiert, meint die Initiative. Und als sichtbares Zeichen steht nun der rosa Maulwurf als Mahnmal am Westring – gleich neben dem Backshop-Container Behrens-Meyer.
Geht es nach der Stadt, muss die Bäckerei im kommenden Monat ihren Standort am Westring aufgeben (NWZ berichtete). Die befristete Genehmigung soll nicht verlängert werden.
Hintergrund: Die Bäckerei war lange im Lidl-Markt ansässig. Da der Discounter sein Geschäft umstrukturierte, musste Behrens-Meyer weichen. Gern hätte man sich nebenan bei der Gärtnerei Ostmann mit einem Backcafé angesiedelt. Doch bisher liegt der Antrag der Bäckerei auf Eis – der umstrittene Bebauungsplan 50 muss noch entwirrt werden. Darin sind u.a. Verkaufsflächen am Westring auf den Quadratmeter genau geregelt. Behrens-Meyer konnte immerhin einen provisorischen Container aufstellen. Und obwohl der sehr beliebt ist bei vielen Kunden, soll die Ausnahmegenehmigung nicht verlängert werden. Wegen 37 Quadratmetern zuviel Verkaufsfläche am Westring. Junior-Chefin Anne Meyer kann diese Berechnung nicht nachvollziehen. „Wir sind ja seit fast zehn Jahren am Westring. Als wir noch im Lidl-Markt waren, passte das. Jetzt angeblich nicht mehr.“
Der neunköpfigen Belegschaft droht die Arbeitslosigkeit. Deshalb sammeln die Verkäuferinnen Unterschriften. „1800 haben wir innerhalb von einer Woche bekommen“, sagt Meyer. Und damit meint sie nur die in Wildeshausen. Auch über Facebook und in anderen Filialen kommt Unterstützung.
Auch Willi will helfen und appelliert an Rat und Stadtspitze. „Da bezieht man sich auf einen B-Plan 50, der laut Ratsbeschluss seit 2010 überarbeitet werden soll, da existiert einen Arbeitsgruppe; und nichts passiert, außer dass der kleine Container, der niemanden stört, weg muss.“
„Ausnahmen vom B-Plan 50 hat es immer wieder gegeben“, sagt Michael Witten von der Willi-Initiative und nennt als Beispiele u.a. Famila und McDonalds. „Warum gibt man dem Bäckerladen nicht eine Möglichkeit zur Verlängerung bis das Einzelhandelsgutachten vorliegt“, fragt Willi. Und mit Blick auf das Rechtsgutachten, dass die Verwaltung in Auftrag gegeben hat meint Witten: „Das ist nur eine juristische Meinung. Dahinter sollte man sich nicht verstecken.“
