Ganderkesee - Die Kapazitäten auf dem gut 8800 Quadratmeter großen Gelände am Handwerksweg in Ganderkesee sind ausgereizt. „Für Parkplätze haben wir Flächen bei einem Nachbarn angemietet“, berichtet Hawart-Geschäftsführer Willy Körner. Um im Bereich der Offshore-Windenergie­anlagen mithalten zu können, hat sich der Sondermaschinenbauer Kapazitäten im Hafen von Brake angemietet.

Als am 8.8.1988 der erste deutsche Windpark ans Netz ging, habe niemand den Boom der Branche vorhergesehen, so Körner. Im gleichen Jahr zog Hawart von Bremen nach Ganderkesee um. Damals sei man mit „einer Handvoll“ Mitarbeiter gestartet. Inzwischen liege die Zahl bei 55, darunter drei Auszubildende. Die Geschäftsführer Körner und Reinhard Bonke führten am Montag eine Delegation der CDU, darunter Bundestagskandidatin Astrid Grotelüschen, Michael Grosse-Brömer, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, den Ganderkeseer CDU-Ortsverbandschef Hillard Bley und Fraktionschef Dietmar Mietrach, durch die Hallen.

Hartwart ist vor allen in den Bereichen Entwicklung, Konstruktion, Fertigung und Montage von Fertigungsmitteln für Rotorblätter tätig. Kürzlich seien Komponenten für 83 Meter lange Rotorblätter nach Korea geliefert worden. In Deutschland seien die längsten Flügel 61 Meter lang. Die Ganderkeseer sind weltweit unterwegs. Vor allem in Osteuropa erlebe die Windenergiebranche derzeit einen Boom. Auch Asien sei ein Wachstumsmarkt. Wie andere Unternehmen sei auch Hawart von der Produktpiraterie in China betroffen. „Sobald wir aus der Halle raus sind, wird kopiert“, erklärt Bonke.

In Deutschland gäbe es noch eine große Unsicherheit bei Offshore-Windkraftanlagen, so die Manager während sie ihre Gäste durch die gut 1000 Quadratmeter große Halle mit tonnenschweren Last-Traversen für die Windenergie-Giganten auf hoher See führen. „Egal, wer die nächste Bundesregierung stellt: Wir müssen über das Erneuerbare Energie-Gesetz (EEG) reden“, entgegnet Grosse-Brömer. Es sei ein Webfehler des derzeitigen Gesetzes gewesen, den Investoren feste Strom-Einspeisevergütungen zuzusagen und diese jederzeit auf die Verbraucher umzulegen. „Wir müssen den Strom bezahlbar halten“, betont der CDU-Bundestagsabgeordnete aus dem Kreis Harburg.

Grotelüschen würdigt Hawart als „hochinnovatives Unternehmen“. Vor allem die Aussage, die Mitarbeiter seien das Herz der Firma, imponiert der Ahlhorner Politikerin.


Der Sondermaschinenbauer erhalte zwar mehr als 80 Prozent seiner Aufträge derzeit aus der Windenergie-Branche. Doch ebenfalls zum Leistungsspektrum zählen Gleissicherungsanlagen oder Fahrgastunterstände für Bus und Bahn. „Wir würden in dieser Richtung gern mehr machen“, verraten die Manager, dass Hawart an einem weiteren Standbein arbeitet.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent