„Alles dreht sich um Windkraft-Standort“ (Ð vom 2. September) und „Windkraft nach Etzhorn – Solarpark nach Tweelbäke“ (Ð vom 3. September) und „Wohn-Pläne und Ökostrom nicht ganz unumstritten“ (Ð vom 8. September)
Vielen Oldenburger Bürgern ist gar nicht bewusst, dass mehrere Gutachten das Landschaftsschutzgebiet am Bornhorster See als ungeeignet für die Aufstellung von Windkraftanlagen ausweisen. Trotzdem sollen dort die Anlagen im Interesse des Investors und einiger Landwirte gebaut werden. Die Kommunalpolitiker agieren hier sehr vordergründig, und sie wollen sich nach Fukushima als „Öko-Parteien“ präsentieren.
Warum wieder so überhastet und ohne Gesamtkonzept? Und wieder ohne die Einbeziehung der Oldenburger Nachbarn. Die Energiewende gegen die Umwelt- und Naturschutzbelange auszuspielen, ist nicht akzeptabel.
(...) Wenn im beengten Oldenburger Stadtgebiet kein geeigneter Platz für Windkraft vorhanden ist, dann muss man das akzeptieren und auf die Errichtung dieser Anlagen verzichten und evtl. verstärkt auf Photovoltaik-Anlagen, gerade auch auf öffentlichen Gebäuden setzen. Die Zerstörung eines Landschaftsschutzgebietes, welches eigentlich zum Naturschutzgebiet aufgewertet werde sollte, ist jedenfalls nicht der richtige Weg, um die Energiewende zu schaffen. (...)
Wir befürchten, dass diese vier Windkraftanlagen erst der Anfang einer weiteren Zerstörung des Landschaftsschutzgebietes sind. Eine fünfte Anlage ist in Planung. Für die Anlieferung der Industriekolosse wird vermutlich eine neue Autobahnabfahrt im Bereich des „Kleinen Bornhorster Sees“ (...) gebaut werden müssen. (...) Laut Aussage des Investors, (...) ist später auch geplant, Schulklassen zu den Anlagen einzuladen, um ihnen die Windkraft zu erläutern. Parkplätze für Autos und Busse werden dann dort wohl entstehen, Toiletten, Pommes- und Limo-Buden? (...)
Gerhard Göttig, Oldenburg
Zerstörung der Natur – in Oldenburg besteht die große Gefahr, dass mit Förderung des Umwelt-Ausschusses und seines Vorsitzenden der Schutz für die Natur in einem Landschaft-Schutz-Gebiet aufgehoben wird. Auch für die Fällung eines Urwaldriesen kann ich sachliche Gründe an den Haaren herbeiziehen. Trotzdem sollte er besser stehen bleiben.
Mit der Fukushima-Keule wird die Tier- und Pflanzenwelt am Kleinen Bornhorster See durch Windenergieanlagen (WEA), deren Erschließungswege und dicke Betonfundamente weitgehend zerstört. Sind die Folgen der Fragmentierung von Naturflächen als Lebensraumzerstörung für die Pflanzen und Tiere in Oldenburg unbekannt? In Oldenburg soll ein zusammenhängendes Landschaftsschutzgebiet fragmentiert, also zerlegt, werden.
Das von Umwelt-Politikern mit Worthülsen oft beklagte Sterben von Arten basiert zu fast 100 Prozent auf der Zerstörung von Lebensräumen. Tote Tiere der Roten Liste können nicht wiederbelebt werden. Den Begriff „Landschaft-Schutz“ sollte der Umweltausschuss besser nicht mehr in den Mund nehmen.
Natürlich werden im Osten Oldenburgs weitere Naturflächen durch WEA zerstört werden, und zwar auf dem bekannten Weg der Baugenehmigung für WEA durch Gerichtsverfahren. Hinter dem Genehmigungs-Urteil können sich dann später alle Beteiligten der Ausschüsse, der Politik und der Verwaltung richtig schön verstecken.
Georg Klaukien, Oldenburg
Ich habe an der Bürgerinformation teilgenommen. Grundsätzlich fühle ich mich umfassend informiert und möchte mich bei allen Beteiligten bedanken, die mir durchaus das Gefühl vermittelt haben, hier sehr verantwortungsbewusst gehandelt und geprüft zu haben.
Als überaus störend und massiv habe ich die Wortmeldungen verschiedener Verbandsvertreter wahrgenommen. Als normaler, nicht verbandspolitisch geschulter Bürger habe ich kaum mehr gewagt, mich zu Wort zu melden.
Ich finde es sehr problematisch, wenn eine solche Veranstaltung von Vertretern verschiedener Naturschutzverbände und anderen Gruppierungen missbraucht wird, um ihre teilweise sehr fachlichen Statements vorzutragen. So weit ich weiß, werden diese Organisationen sowieso per Gesetz am Verfahren beteiligt und können sich ausgiebig mit den fachlichen Aspekten auseinandersetzen. Aber eine Bürgerinformation ist aus meiner Sicht dazu gedacht, die Bürger zu informieren und offen zu legen, warum und wie ein Eingriff in landschaftlich geschützte Gebiete vorgenommen wird und dient nicht dazu, festgefahrene Verbandsideologien vorzutragen.
An die Windräder in unserer Landschaft habe ich mich immer noch nicht gewöhnt, doch wenn wir alternative Formen der Energiegewinnung wollen, müssen wir vor der eigenen Haustür beginnen. Die damit verbundenen Risiken (Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und einiger Vogelarten) halte ich für hinnehmbar. Landschaftsschutz darf nicht dogmatisch sein, sondern muss im Einklang mit der nachhaltigen Nutzung unserer Ressourcen funktionieren.
Knut Hoppe, Oldenburg
In dem Artikel wird Herr Krogmann zum Thema Teilauflassung des Landschaftsschutzes für einen Windpark nördlich der Bornhorster Seen auszugsweise zitiert: „Das ist ein Maisacker!“
Jawohl, Herr Krogmann, das ist weitgehendst ein Maisacker geworden, nach dem Wiesen und Getreidefelder im Landschaftsschutzgebiet nach und nach entsprechend umgebrochen worden sind. Wir gehen davon aus, dass dies legal geschehen ist.
Die Bürgerinitiative versucht, Herrn Krogmann seit Monaten in direkten Gesprächen aufzuzeigen, dass die betroffene Fläche nicht am Rande eines Landschaftsschutzgebietes liegt.
Nein, hier soll eine Industrieinsel mit vier bis zu 150 Meter hohen Windkraftanlagen mitten zwischen drei Landschaftsschutzgebieten und angrenzenden Naturschutzgebieten geschaffen werden, die zudem unmittelbar an den Rastplatz von 5000 bis 7000 Wildgänsen und das artenreichste Fledermausvorkommen in der Stadt Oldenburg grenzt. Und auch das Naherholungsgebiet der Bornhorster Seen beginnt schon 150 m weiter südlich.
Die Bürgerinitiative hätte nicht die Zuwendung vieler Oldenburger, wenn es sich um irgendeinen Maisacker handeln würde.
Herbert Schweers, Oldenburg, Bürgerinitiative: Kein Windpark im Landschaftsschutz- und Naherholungsgebiet Etzhorn
