Oldenburg/Vechta/Emden - Der Winter hat nun auch den regionalen Arbeitsmarkt erreicht. Im Oldenburger Land und Ostfriesland stieg die Zahl der Erwerbslosen im Januar gegenüber dem Vormonat um 5082 auf 58 693, wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen der Arbeitsagenturen im Nordwesten hervorgeht. Im Vergleich zum Vorjahreswert gab es allerdings einen spürbaren Rückgang um 2171.

Bei den regionalen Arbeitsagenturen will man den deutlichen Anstieg deshalb auch nicht überbewerten und verweist vor allem auf saisonale Gründe. „Hier kommen mehrere Effekte zusammen: Der Kündigungstermin zum Jahresende, die typische Saisonarbeitslosigkeit in den Außenberufen und im Tourismus sowie das Ende der zweieinhalb- und dreieinhalbjährigen Ausbildungsverhältnisse“, sagte Dr. Thorsten Müller, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven.

Zugleich hätten die Unternehmen vielerorts in der Region deutlich weniger Stellen gemeldet. „Ich gehen davon aus, dass die Stellennachfrage in den kommenden Monaten wieder spürbar anzieht“, meinte Müller.

In Ostfriesland nahm die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 1865 auf 19 447 zu, wie die Arbeitsagentur Emden-Leer mitteilte. Gegenüber dem Vorjahr gab es aber einen deutlichen Rückgang um 2171.

Im Oldenburger Land waren im Januar 39 246 Arbeitslose registriert, wie aus den Zahlen der Arbeitsagenturen Oldenburg-Wilhelmshaven sowie Vechta hervorgeht. Das waren 3217 mehr als im Dezember, zugleich aber auch 940 weniger als vor einem Jahr.


Der saisonal bedingte winterliche Anstieg der Arbeitslosigkeit war nicht nur im Nordwesten sondern in ganz Niedersachsen zu spüren. Zwischen Harz und Küste waren im Januar 277 720 Menschen arbeitslos, das sind 8,4 Prozent mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,7 Prozent (6,2). Vor einem Jahr lag sie bei 7 Prozent.

Etwas anders verläuft der Trend im Bundesland Bremen. Im Januar waren dort 38 176 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 5,5 Prozent mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg in Bremen und Bremerhaven nur geringfügig auf 11,2 Prozent. Im Januar 2014 fiel dieser Wert aber mit elf Prozent etwas geringer aus.

Der längerfristige Trend auf dem Arbeitsmarkt sei positiv, sagte Klaus Stietenroth von der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen in Hannover. Firmen seien zunehmend bereit, ihre Mitarbeiter dauerhaft an sich zu binden. Für Arbeitgeber werde es immer wichtiger, Know-how im Betrieb zu halten.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft