Ammerland - Eine „leicht untypische Entwicklung“, so Heinz Rimkus, zeigt der Ammerländer Arbeitsmarkt im Dezember. Der Leiter der für den Landkreis zuständigen Geschäftsstelle Bad Zwischenahn der Agentur für Arbeit hat aber auch eine Erklärung für die im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte niedrigere Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent: „Der Winter hat den Arbeitsmarkt nicht im Griff.“ Baumschulen hätten, so Rimkus, Mitarbeiter bisher nicht in dem üblichen Maße über den Winter entlassen. So sei die Zahl der sogenannten Wiedereinsteller, die nur kurzzeitig arbeitslos gemeldet sind, von 735 auf 652 gesunken. Auch meldeten sich Arbeitslose in dieser Branche bereits früher wieder ab. „Der Rückgang ist somit eindeutig über die geringere Saisonarbeitslosigkeit zu erklären.“ Gemeinsam mit dem Jobcenter versuche die Agentur diese Kräfte zu qualifizieren, damit sie „mittelfristig durchgängig beschäftigt werden können“.
Aber nicht nur mit der saisonalen Entwicklung zeigt Rimkus sich zufrieden: Mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent im Jahr 2014 steht das Ammerland ähnlich da, wie in den Vorjahren (2013: 4,5, 2012: 4,6). Während die Gesamtquote und der Agentur-Bereich (2,5 nach 2,7 Prozent) eine leichte Verbesserung im Jahresvergleich zeigen, meldet das für den Bereich des Sozialgesetzbuch II zuständige Jobcenter des Landkreises ein leichtes Plus (2,2 nach 2,1 Prozent). Ausschlaggebend für die Steigerung sei die Gruppe der Älteren, so Geschäftsführer Ralf Geerdes. Die steigenden Zahlen seien Folge des Ausstiegs aus der arbeitsmarktpolitischen Maßnahme für über 50-Jährige.
Positiv entwickelt habe sich 2014 auch die Zahl der gemeldeten Stellen, betont Wolfgang Meier vom Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit. Mit 2496 liege diese um 2,3 Prozent über der des Vorjahres. Zum Vergleich: Im Agenturbezirk Oldenburg-Wilhelmshaven seien im Jahresvergleich 3,7 Prozent weniger Stellen angeboten worden. Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (38 459 Menschen zum letzten vorliegenden Quartalsstichtag im Juni 2014) habe sich im Ammerland mit plus 3,2 Prozent deutlich besser entwickelt als im Agenturbezirk (plus 1,5 Prozent).
Nur wenig verändert lag die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Ammerland im Dezember bei 2999 (Dezember 2013: 2978). Es werde zunehmend schwieriger, diesen Bestand deutlich abzusenken, so Geerdes. Zwar arbeite ein hoher Anteil der Leistungsbezieher, sei angesichts der niedrigen Lohn- und Gehaltsstruktur im Landkreis darüber hinaus aber auch auf Leistungen angewiesen.
Unklar sei derzeit noch, wie sich der ab Januar geltende Mindestlohn auf den Arbeitsmarkt auswirke, so Geerdes. Erste Erfahrungen gebe es – positive wie negative gleichermaßen.
