Friesoythe/Bösel/Barßel/Saterland - Noch wird im Nordkreis gebibbert: Nachts fallen die Temperaturen deutlich unter den Gefrierpunkt, tagsüber schaffen sie es nur knapp darüber. Und immer wieder einsetzender Schneeregen lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass der Frühlingsanfang bisher nicht mehr als ein Eintrag im Kalender war.
Da könnte man vermuten, dass ein so langer Winter die Gemeinden und die Stadt Friesoythe im Nordkreis teuer zu stehen kommt, weil Riesenmengen Streusalz auf die Straßen gebracht werden mussten und die Mitarbeiter der Bauhöfe im Dauereinsatz waren und noch sind. Doch die Winterbilanz fällt in den Rathäusern sogar recht positiv aus.
In Barßel beispielsweise war der Streusalzverbrauch besonders niedrig: Lediglich rund 50 Tonnen wurden dort verbraucht. „Wir haben normalerweise ein Budget für 100 Tonnen“, so Bauamtsleiter Hans Schulte. Nur die Hälfte sei verbraucht worden, die Kosten lägen bei ungefähr 5000 Euro. Derzeit werde kaum noch gestreut, dementsprechend soll auch das Salzlager nicht mehr aufgefüllt werden. „Streusalz kann irgendwann auch klumpen“, erklärt Hans Schulte, warum neues Streugut erst später geordert werde.
So hält es auch die Gemeinde Bösel: „Im Sommer oder zum Herbst hin wird wieder eingelagert“, so Bauamtsleiter Hermann Walter. Rund 125 Tonnen Salz wurden in diesem Winter auf Bösels Straßen gestreut. Walter: „Wir mussten diesen Winter etwas mehr streuen als im Vorjahr, aber deutlich weniger als Winter 2010/2011.“ Rund 12 000 Euro dürfte diese Saison die Gemeinde Bösel kosten. Bis sich der Winter verabschiedet, begutachtet ein Bauhofmitarbeiter immer morgens um 4 Uhr die Straßenverhältnisse: Ein bisschen Schneematsch erledigt sich von alleine, droht Glätte, machen sich die Mitarbeiter mit den Streufahrzeugen auf den Weg.
Die Bauhofmitarbeiter der Stadt Friesoythe handhaben das ähnlich: „Im Moment wird kaum gestreut, nur Brücken und Fußgängerüberwege. Akute Glätte gibt es eigentlich nicht mehr“, so Paul Wöste. Der Salzverbrauch halte sich in Grenzen, die Kosten damit auch.
Auch im Saterland ist die Streusaison nahezu für beendet erklärt: 85 Tonnen Salz wurden verbraucht, die Kosten 7700 Euro, so Wilhelm Hellmann, Leiter des Bauamtes. Jetzt bleibt das Hoffen auf den Frühling. Dann können auch die Bauhofangestellten im Nordkreis mal wieder durchschlafen.
