Charlottendorf-West - Gerade noch wogten die Ähren in der lauen Sommerbrise hin und her, jetzt stehen nur noch Stoppeln auf dem Feld am Münsterschen Damm. Rund um Charlottendorf-West und Littel hat die Getreideernte begonnen. Das Lohnunternehmen Pape aus Achternholt legte auf einem vier Hektar großen Feld voller Wintergerste los. Zwei riesige Mähdrescher, jeder mit 6,50 Meter breiten Schneidwerken bestückt, reichten aus, um die Fläche von Heino Martens innerhalb einer Stunde abzuernten. Dabei legten Mensch und Maschine mehrere Zwischenstopps auf dem Feld ein. „Für uns ist der erste Ernteeinsatz auch ein Test. Die Maschinen müssen erst einmal eingestellt werden“, verrät Chef Axel Pape.
Für Pape und seine insgesamt acht fest angestellten Mitarbeiter beginnen die Erntearbeiten in diesem Jahr relativ spät. „Alles verspätet sich wegen des kühlen und feuchten Frühjahrs. Wir liegen gut zehn Tage zurück“, sagt Pape. Die Korntanks der von US-amerikanischen Firmen produzierten, mehrere hunderttausend Euro teuren Landwirtschaftsmaschinen fassen 9000 Liter, abgetankt wird unmittelbar vor Ort. Um die überbreiten Maschinen auf die vorgeschriebene Breite von 3,50 Meter zu bringen, können die Schneidwerke an den beiden Außenseiten zusammengeklappt werden. Nur so dürfen die Maschinen auf den öffentlichen Straßen zu ihren Einsatzgebieten fahren.
Bei den ganz neuen Modellen programmieren die Mitarbeiter die Schneidwerke nicht nur auf das jeweilige Getreide ein, sondern erhalten sogar Rückmeldung, wie hoch der Feuchtigkeitsgehalt der Ähren ist. Bei der Wintergerste in Charlottendorf war es 14 Prozent – ein guter Wert, wie Pape sagt. Er geht davon aus, dass seine Mitarbeiter noch etwa zehn Tage mit dem Ernten der Wintergerste beschäftigt sein werden, dann geht es nahtlos weiter mit Roggen, Weizen und Tritikale (Weizen- und Roggenmischung).
