Emden - Feierstimmung bei Volkswagen in Emden: Mit einem großen Festakt in der Johannes a Lasco Bibliothek hat der Autobauer am Donnerstagabend das 50-jährige Bestehen des Emder VW-Werkes gefeiert. Im Frühjahr 1964 hatte Volkswagen mit den Bauarbeiten für die „Fabrik am Meer“ begonnen.
Vor 250 Gästen, darunter Ministerpräsident Stephan Weil, Landeswirtschaftsminister Olaf Lies (beide SPD), zahlreichen Bundestags- und Landtagsabgeordneten, den meisten der neun bisherigen Emder Werkleiter und dem künftigen Werkleiter Frank Fischer, lobte Volkswagen-Vorstandschef Martin Winterkorn die Erfolge an dem ostfriesischen Standort. „Emden ist unser Tor zur Welt“, sagte er mit Verweis auf den Überseehafen. Weit mehr als eine Million Fahrzeuge würden jährlich von hier verschifft oder angelandet. Mehr als zehn Millionen Fahrzeuge liefen seit 1964 in Emden vom Band.
Winterkorn würdigte die Bedeutung des Emder Werks, des in der Volkswagen-Geschichte achten von mittlerweile 106 VW-Produktionsstandorten weltweit, als Leitwerk für den Passat. Er verwies darauf, dass VW zuletzt rund eine Milliarde Euro in das Werk investiert habe bzw. noch investieren werde.
Mit dem Produktionsstart des neuen Passat-Modells im Sommer auf Basis des modularen Querbaukastens beginne eine neue Ära. „Volkswagen in Emden steuert mit dem neuen Passat in eine gute und sichere Zukunft“ sagte Winterkorn.
Ministerpräsident Weil bezeichnete VW in Emden als „wirtschaftliches Herz der Region“. Mit fast 9000 Beschäftigten sei das Werk der größte industrielle Arbeitgeber westlich von Bremen und nördlich des Ruhrgebiets. Die Ansiedlung vor 50 Jahren sei „eine Erfolgsstory, die die Region verändert hat“, meinte Weil.
Den größten Beifall erhielt am Donnerstag aber Jens Herrmann. Mit stehenden Ovationen dankten die Gäste dem scheidenden Werkleiter bei seinem letzten offiziellen Auftritt in Emden. Herrmann wechselt noch im April als Werkleiter nach Wolfsburg. „Ostfriesland ohne Volkswagen und Volkswagen ohne Ostfriesland ist für uns heute nicht vorstellbar“, sagte er.
Seine Zeit in Emden werde er stets in guter Erinnerung behalten. „Jeder, der einmal hier gearbeitet hat, trägt ein Stück von VW Emden in seinem Herzen“, sagte Herrmann.
