Dieser Dienstag ist Internationaler Tag des Artenschutzes. Diplom-Ingenieurin und Mitglied des Fuhrenkamp-Schutzvereins Marion Himmel (50, Wildeshausen) spricht über die Bedeutung dieses Themas.
Welche Tiere sind in unserer Region gefährdet?
himmel Gefährdet sind zum Beispiel fast alle Amphibienarten, denn sie bekommen zunehmend Probleme, naturnahe Gewässer und ein halbwegs intaktes Umfeld als Landlebensraum und für ihre Wanderungen zu finden. Aber auch viele Vogelarten sind gefährdet – aufgrund des Verlustes ihrer Lebensräume und durch die intensive Landnutzung. Da bleibt wenig Raum für Rebhuhn und Feldlerche.
Was kann für den Artenschutz getan werden?
himmelIm kleinen Rahmen wird mittlerweile einiges getan, sei es durch das Anlegen von Blühstreifen oder das Aufstellen von Krötenzäunen. Um jedoch noch mehr zu bewirken, wäre es wichtig, wenn sich die Menschen stärker in Sachen Umweltschutz einbringen würden. Das fängt bei der eigenen Gartengestaltung (ohne Giftstoffe) und dem Einkaufsverhalten an und geht bis hin zur Teilnahme an Bürgerinitiativen und Demonstrationen für Natur und Tierwelt.
Welche Bedeutung und Nutzen hat der Artenschutz für uns Menschen?
himmelWir brauchen die Natur und die darin lebenden Tierarten mehr als vielen bewusst ist. Das Beispiel der Bienen zeigt deutlich, wie sehr wir von der Tierwelt profitieren und auch abhängig sind. Artenschutz ist gleichzeitig auch Landschafts- und Gewässerschutz. Als Beispiel ist hier der Artenschutz hinsichtlich der Fischfauna zu nennen. Maßnahmen zur Förderung wandernder Fischarten gehen auch mit der Renaturierung von Gewässern einher. Davon profitieren wir Menschen, sei es durch das Landschaftserleben oder durch die Selbstregulation des Wasserhaushaltes von naturnahen Flüssen und Bächen – Stichwort: Hochwasserschutz.
Wie ist das Verständnis zum Artenschutz?
himmelIch habe die Erfahrung gemacht, dass die Menschen dem Artenschutz immer mehr Beachtung schenken. Da wäre der Tierschutz an erster Stelle zu nennen. Auch der Fleischkonsum der Deutschen geht zurück. Das Bewusstsein ist also schon da, reicht aber leider noch nicht aus. Denn nur durch ein Engagement der Bürger verbunden mit einer Öffentlichkeitswirksamkeit kann etwas für den Tierschutz erreicht werden, denn auf rein politischer Ebene ist das bis jetzt kaum gelungen.
