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FRAGE:
Herr Haunhorst, was vermitteln Sie tierärztlichen Sachverständigen im Fischkompetenzzentrum Nord?
HAUNHORST
: Für das große Themenspektrum Fisch braucht man ein sehr spezielles Wissen. Die Betriebe sind mittlerweile nicht mehr nur an der Küste angesiedelt. Wir haben in Cuxhaven und Bremerhaven eine besondere Expertise und wollen dieses Wissen in der Fortbildung und auch bei Betriebsführungen anhand praktischer Beispiele vermitteln.
FRAGE:
Welche Beanstandungen kann es in diesem Bereich geben, die auch für die Gesundheit der Verbraucher gefährlich werden können?
HAUNHORST
: Bei Fisch und Fischprodukten kann es zu mikrobiologischen Beanstandungen kommen, wenn zum Beispiel Listerien gefunden werden, krankmachende Keime, die in hoher Konzentration auch gesundheitsgefährdend sein können. Es geht bei der Fortbildung um Fragen, woher kommen die Keime, können sich diese auf dem Produkt noch vermehren oder nicht. Wir besichtigen auch Betriebe von Marinadenherstellern, Räuchereien oder Frischfischfiletierern. Im Seminar spielt natürlich auch das Thema Einfuhr eine Rolle. Es kann zum Beispiel sein, dass in Drittländern Arzneimitteln eingesetzt werden, die in Europa verboten sind. Ein weiteres wichtiges Thema sind die Aquakulturen, die ständig an Bedeutung gewinnen. Genau wie bei anderen Nutztieren geht es hier darum, ob beispielsweise auch der Tierschutz eingehalten wird.
FRAGE:
Würden Sie Verbrauchern pauschal raten, eher hiesige Produkte aus Aquakultur zu kaufen, als Importe?
HAUNHORST
: Nein. Die EU bereist diese Länder und lässt Stichproben intensiv auf Rückstände untersuchen, beispielsweise auch in unserem Cuxhavener Institut. Aber die Importeure selber sind auch zur Eigenkontrolle verpflichtet. Pauschal kann man nicht sagen, Forellen aus dem Ausland sind besser oder schlechter als aus Deutschland. Einfuhren nach Deutschland müssen auch europäische Standards erfüllen. Norwegen ist im Bereich der Aquakultur beispielsweise ganz vorne dabei.
Dr. Eberhard Haunhorst (50)
ist Präsident des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves). Zurzeit bildet das Laves tierärztliche Sachverständige in Cuxhaven und Bremerhaven fort. @ Infos unter