Barßel - Eine größere Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln fordert der Hauptgeschäftsführer des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL), Professor Dr. Matthias Horst.
Der Jurist vom Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft war am Montag Gastredner auf dem Herbstempfang der Gemeinde Barßel im Hotel Niehaus, zu dem Barßels Bürgermeister Bernd Schulte rund 130 geladenen Gäste aus Verwaltung, Wirtschaft, Politik und Vereinen begrüßte. Matthias Horst vertrat den kurzfristig verhinderten Festredner, Schinkenfabrikant Jürgen Abraham.
Es handelte sich um einen Vortrag, der bei den Gästen viel Anlass zum Nachdenken gab. „Wir sollten nicht immer jammern. Bei den Lebensmitteln haben wir die Qual der Wahl. Was auf den Tisch kommt, ist gut. Wir sollten froh und dankbar sein, was an Lebensmitteln angeboten wird“, meinte der Hauptgeschäftsführer des BLL.
Horst kritisierte die Rolle von Verbraucherschützer, die immer wieder Gesundheitskrisen herbeischwören würden. Auch Politiker hätten seiner Meinung nach nichts Besseres zu tun, als sich hier zu Lasten von Verbraucher und Unternehmen zu profilieren.
Als beschämend für Deutschland sah es der Gastredner an, dass eine Millionen Menschen an „Tafeln“ bedient werden müssten. Andererseits würden Lebensmittel einfach weggeworfen werden. „Wir alle leben in einem Schlaraffenland. Mit der Fülle des Angebots müssen wir, auch unsere Kinder, vernünftig umgehen“, so der Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande. Horst forderte mehr Eigenverantwortung in der Ernährung und mehr Freude an der Vielfalt.
Musikalisch ging es nach dem Vortrag zu: Der Barßeler Shanty-Chor gab dem Empfang einen maritimen Rahmen.
