Hamburg/Oldenburg/Emden - Die norddeutsche Wirtschaft hat die Bundesregierung zu mehr Anstrengungen für Häfen, Schifffahrt und Werften aufgerufen. Die maritime Wirtschaft sei im Zuge einer Gesamtstrategie für Wachstum und Beschäftigung zu stärken und die politischen Rahmenbedingungen müssten besser werden, heißt es in einem Positionspapier von 13 norddeutschen Industrie- und Handelskammern (IHK Nord), das am Mittwoch in Hamburg veröffentlicht wurde.

„Die maritime Wirtschaft ist von herausragender Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands als Technologie-, Produktions- und Logistikstandort“, sagte Fritz Horst Melsheimer, Vorsitzender der IHK Nord und Präses der Handelskammer Hamburg, im Vorfeld der „8. Nationalen Maritimen Konferenz“ in Kiel (8./9. April). Der IHK Nord gehören 13 IHKs an, darunter die Kammern in Oldenburg und Emden.

Sie fordern unter anderem, den Ausbau der Verkehrswege zu den Seehäfen als Schwerpunkt im nächsten Bundesverkehrswegeplan zu verankern. Ausbauvorhaben, für die bereits Baurecht vorliege, sollten zügig umgesetzt werden. Das gelte besonders für die Maßnahmen am Nord-Ostsee-Kanal. Die Häfen seien auch für die Energiewende von nationaler Bedeutung. Dies müsse sich auch bei der Fortschreibung des „Nationalen Hafenkonzeptes“ widerspiegeln.

„Die maritime Wirtschaft ist eine Hochtechnologiebranche“, sagte Melsheimer. Mit rund 400 000 Arbeitsplätzen und einem jährlichen Umsatz von mehr als 54 Milliarden Euro zähle sie zu den wichtigsten und innovativsten Wirtschaftszweigen in Deutschland.

Die IHK Nord verlangt in ihrem Positionspapier, das nationale Schiffbau-Zukunftskonzept „LeaderSHIP Deutschland“ weiterzuführen und umzusetzen. Zudem müssten die Schifffahrtsbeihilfen des Bundes in Höhe von rund 58 Millionen Euro verstetigt und die Tonnagesteuer beibehalten werden. Bei Umwelt- und Klimaschutzauflagen sei hingegen mehr Augenmaß nötig.