Aufsichtsrat und Bilanz
Für den Aufsichtsrat
der Raiffeisen-Volksbank Varel-Nordenham hat es ein einige Wahlen gegeben. Vorsitzender Dieter Wemken (Schwei) wurde wiedergewählt. Er übernimmt auch die Aufgabe von Jürgen Keup (Nordenham), der aus Altersgründen ausgeschieden ist. Wemken arbeitet als Rechtspfleger in Nordenham. Der Posten wurde nicht wieder besetzt, weil der Aufsichtsrat um eine Person auf 15 verkleinert wurde, was in der Versammlung nicht ohne Kritik blieb. Ebenfalls wiedergewählt wurden Dr. Hans-Martin Peter aus Zetel und Dirk Stöver aus Esenshamm.Neues Mitglied
im Aufsichtsrat ist Jürgen Kruse (40) aus Grabstede. Er ersetzt Werner Behrens, der die Altershöchstgrenze erreicht hat.Die Jahresbilanz 2007
weist auf der Aktiv- und Passivseite jeweils knapp 503 Millionen Euro auf. Die Gewinn- und Verlust-rechnung beinhaltet Erträge und Aufwendungen von jeweils 19,165 Millionen Euro. Der Bilanzgewinn beträgt 1,016 Millionen Euro, die Dividende fünf Prozent.Die Bank hatte Ende 2007 insgesamt 17 131 Mitglieder und damit 276 mehr als im Jahr zuvor. 6519 sind davon aus Varel, 4661 aus der Friesischen Wehde und 5951 aus Nordenham.
Von Christoph Koopmeiners
Nordenham/Varel Nach 4,5 und 5,5 Prozent für die Geschäftsjahre 2005 und 2006 zahlt die Raiffeisen-Volksbank Varel-Nordenham ihren Mitgliedern für das Geschäftsjahr 2007 eine Dividende von fünf Prozent. Das hat die Vertreterversammlung am Montagabend in Varel beschlossen, nachdem Vorstandsvorsitzender Ralph Zollenkopf die Bilanz vorgestellt hatte. Sie weist einen Jahresüberschuss von 1,016 Millionen Euro aus. 449 000 Euro davon fließen in die Dividende, 567 000 Euro in die Rücklage. Zollenkopf sprach von einer „moderaten Geschäftsausweitung“ in 2007, einem „ordentlichen Jahresüberschuss“ und bezeichnete das Eigenkapital der Bank von nun 34,5 Millionen Euro als „solide Grundlage“.
„Wir könnten rechnerisch sicherlich mehr Dividende zahlen“, so Zollenkopf, „allerdings nur, wenn wir die Legung der stillen Reserven in Höhe von 700 000 Euro kürzen würden. Dies halten wir jedoch nicht für angebracht, weil wir das Geld als zusätzliche stille Reserve behalten möchten, um dafür unsere Freiräume für latente Risiken im Geschäft mit mittelständischen Unternehmen zu verbessern.“
Während sich Zollenkopf über die deutlich zurückgehenden Firmeninsolvenzen in Deutschland freute (29 000 in 2007), bewertete er die 105 000 Privatinsolvenzen als problematisch. Die positiven Effekte des Wirtschaftswachstums und des Arbeitsmarktes wirkten sich insbesondere bei den Arbeitnehmern am unteren Ende der Lohnskala nicht nachhaltig genug aus. Es gebe immer mehr arme und immer mehr reiche Menschen, während der klassische private Mittelstand weiter ausdünne. „Das erleben wir als Bank unmittelbar in unserer täglichen Arbeit“, meinte Zollenkopf. Im Verbraucherkreditgeschäft gebe es zunehmend Probleme.
Die allgemeine positive Wirtschaftsentwicklung sei nur sehr abgeschwächt auf Friesland und die Wesermarsch durchgeschlagen. Erkennbar sei das auch an der Zahl der leer stehenden Geschäftsräume in Varel, die einen Höchststand erreicht habe. Ferner habe die Unsicherheit bei Airbus in Varel und Nordenham das gesamte Jahr 2007 belastet.
Bezüglich der US-Immobilienkrise hat die Raiffeisen-Volksbank laut Zollenkopf sowohl in 2007 als auch im laufenden Jahr keinerlei direkte Wertkorrekturen zu verzeichnen. Gleichwohl hätten die Turbulenzen an den Aktien- und Kapitalmärkten zu einer äußerst angespannten Situation im Kreditgewerbe geführt. Die Raiffeisen-Volksbank sei aber aufgrund der ausgewogenen Struktur im Kreditgeschäft weniger risikoanfällig. 39 Prozent würden mit Firmenkunden bestritten, 13 Prozent mit der Landwirtschaft, 49 Prozent mit Privatkunden. Der Bestand an Krediten betrug 2007 insgesamt 325 Millionen Euro.
