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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Wirtschaft im Nordwesten steht unter Volldampf

31.12.2010

IM NORDWESTEN Die Wirtschaft des Nordwestens steht am Ende des Jahres 2010 unter Volldampf. Bereinigt um Sondereffekte hatte die Industrie im Oldenburger Land bis Ende September bereits ein Plus von mehr als acht Prozent erwirtschaftet. „Gut möglich, dass sie bis zum Jahresende ein zweistelliges Wachstumsplus erreicht“, freute man sich bei der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK).

Auch der Export oldenburgischer Firmen habe 2010 kräftig zugelegt, erläuterte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Peters. Die Wirtschaft habe generell zur alten Stärke zurück gefunden.

Und bei der Kammer ist man auch sicher: „Die Aussichten für 2011 sind gut. Denn fast alle Branchen haben sich in unseren Umfragen zuversichtlich, teils sehr optimistisch geäußert.“

Auch die Handwerkskammer Oldenburg (HWK) erwartet 2011 Dynamik. Das Wachstum dürfte im regionalen Handwerk 2011 bis zu zwei Prozent erreichen, schätzt HWK-Präsident Wilfried Müller. 2010 waren es 0,5 Prozent. Doch nun habe der Aufschwung alle Sparten erfasst.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) hatte es bereits beim Neujahrsempfang der IHK auf den Punkt gebracht: Der Nordwesten sei eine „Vorzeigeregion“. Und am Ende des Jahres bilanzierte er beim Handwerk in Oldenburg, der Nordwesten sei ein Motor der Konjunktur im Lande gewesen.

Dabei hat er sicherlich die zahlreichen Projekte im Hinterkopf gehabt, die im Oldenburger Land bzw. dem Weser-Ems-Gebiet zurzeit vorangetrieben werden: vom Jade-Weser-Port über ehrgeizige Neuausrichtungen wie bei den Emder Nordseewerken (vom Schiffbau auf Erneuerbare Energien) bis hin zu großen Einzelhandelsprojekten wie dem Oldenburger ECE.

Dabei waren auch im Oldenburger Land zu Beginn des Jahres die Erwartungen noch gedämpft. Erst im zweiten Quartal hieß es: „Die Erholung beschleunigt sich.“

Und sie erreichte bald auch den Arbeitsmarkt: Anfang Dezember meldeten die Arbeitsagenturen im Oldenburger Land und in Ostfriesland rund 3900 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Vechta erreichte einmal mehr die niedrigste Arbeitslosenquote in ganz Niedersachsen: 3,6 Prozent. Das bedeutet nahezu Vollbeschäftigung. Auch die Zahl der Ausbildungsverträge wurde nochmals gesteigert.

Als Hintergrund gilt allgemein ein günstiger Branchenmix. Und die Unternehmen der Region investierten kräftig. Ein paar Beispiele: Der Stallausrüster Big Dutchman (Vechta) erweitert sein Logistikzentrum, der Tiefkühllogistiker Nordfrost (Schortens) baut die Zentrale aus, die Tönnies-Fleischgruppe modernisiert den Schlachthof Wilhelmshaven, Premium Aerotec baut in Nordenham und Varel Technologie- bzw. Ausbildungszentren, Beluga Shipping errichtet in Partnerschaft mit dem Kreis Wesermarsch ein Trainingszentrum in Elsfleth – und vieles mehr!

Zu den regionalen Investitionshöhepunkten zählen 2010 der Ausbau der Papier- und Kartonfabrik Varel mit rund 100 Millionen Euro und – mit Abstand – Projekte wie ein neuer Betrieb von Thyssen-Krupp Aerospace im Aeropark in Varel (20 Millionen).

Den größten Auftrag des Jahres zog 2010 im Nordwesten die Meyer Werft aus Papenburg an Land: Für 1,2 Milliarden Euro wird sie zwei weitere Schiffe für NCL bauen.

Aber es gab auch schlechte Nachrichten. So schließt in diesen Tagen die frühere Flugzeugwerft ASL in Lemwerder.

Zugleich läuft an dem Standort an der Weser ein bemerkenswerter Neustart ab: Der Carbon-Konzern SGL baut mit seiner Tochter A&R Rotec eine Serienfertigung für gigantische Rotorblätter für Offshore-Windkraftanlagen auf. Ein ähnliches Bild in Emden: Auf dem Gelände der Nordseewerke, wo einst Containerschiffe gebaut wurden, werden jetzt Offshore-Ausrüstungen gefertigt. Und auch bei Karmann in Osnabrück ist neues Leben eingekehrt: VW wird dort Autos bauen.

Als wichtiger Faktor für die hohe Investitionsbereitschaft in der Region gilt die gute Kapitalausstattung: Viele Unternehmen sind gestärkt aus der Krise gekommen. Und die regionalen Banken haben – durchaus anders als zu erwarten war – ihr Kreditvolumen kräftig ausgeweitet. Im Gegensatz zu Krediten ist dagegen Energie in der Region zuletzt deutlich teurer geworden. Die EWE hob den Gaspreis um fast 16 Prozent an – und den Strompreis um gut 4,5 Prozent. Zugleich machte sie Schlagzeilen mit einer Protestwelle um Gaspreise und einen Kundenbrief im Sommer.

Mit sehr guter Stimmung geht die Region in 2011. Zu den Sektoren, die als nächstes profitieren, könnte der Häusermarkt zählen. Die Bausparkasse Schwäbisch Hall zumindest sieht die „Region vor einem Immobilienboom“.

Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
Tel:
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