In China gebaut
Auf der Werft
Taizhou Sanfu Ship in China wurde der Schwimmkörper der „Nostag 10“ errichtet. Die Ausrüstung als Kabelleger erfolgte in Bremerhaven. Der Ponton ist 100,5 Meter lang und 27,5 Meter breit.In dem Wohnaufbau
befinden sich Unterkünfte für 40 Personen. Mit dieser Besatzungsstärke startet die „Nostag 10“ zum ersten Auftrag nach St.-Peter-Ording, wo die auf einen Monat veranschlagte Verlegung des Energieseekabels nach Helgoland beginnt. Bislang ist die Nordseeinsel bei der Stromversorgung auf Dieselgeneratoren angewiesen. Mit dem Strom vom Festland werden Grundlastschwankungen vermieden.Taufpatin war Petra Botter. Sie ist die Frau des Bürgermeisters von Helgoland.
Von Norbert Hartfil
Nordenham In einem gleichmäßigen Tempo windet sich der schwarz-gelbe Bandwurm über den Schwanenhals an Bord. In einem riesigen Käfig achten NSW-Mitarbeiter darauf, dass der armdicke Leitungsstrang in geordneten Bahnen zu liegen kommt. Bei der Ladung handelt es sich um ein 53 Kilometer langes Energiekabel, das die Norddeutschen Seekabelwerke für die Stromversorgung der Insel Helgoland angefertigt haben. Bei der jetzt bevorstehenden Verlegung des Kabels in der Nordsee setzt NSW ein neues Schiff ein, das am Dienstag feierlich auf den Namen „Nostag 10“ getauft wurde. Als Patin ließ Petra Botter, die Frau des Helgoländer Bürgermeisters Frank Botter, eine Sektflasche an der Bordwand zerschellen.
Genau genommen ist die „Nostag 10“ gar kein Schiff. Weil sie keinen eigenen Antrieb hat und auf Schlepperhilfe angewiesen ist, wird die schwimmende Plattform als Barge bezeichnet.
Nostag GmbH gegründet
Der Name „Nostag“ setzt sich aus den den Firmentiteln Norddeutsche Seekabelwerke, Schramm Group Brunsbüttel und Tiefbau GmbH Unterweser (TAGU) zusammen. Diese drei Unternehmen haben gemeinsam die Nostag GmbH & Co. KG als Betreibergesellschaft für den Seeponton gegründet, der einen Wert von 20 Millionen Euro hat. Zum Geschäftsführer der neuen Gesellschaft wurde der NSW-Vertriebsleiter für Energieseekabel, Oliver Spalthoff, ernannt. Für die Bereederung ist die Schleppschifffahrt-Gesellschaft Hans Schramm & Sohn aus Braunsbüttel zuständig.
„Das ist für uns der Einstieg in das Energieseekabelgeschäft“, sagte NSW-Chef Dr. Valentin Jug bei der „Nostag 10“-Taufe. Für die Verlegung des Helgoland-Kabels habe sich NSW mit zwei Wunschpartnern verbündet. Den Zusammenschluss bezeichnete der NSW-Geschäftsführer als eine „ideale Dreierkonstellation“. Mit Blick auf seinen nahenden Ruhestand, den Valentin Jug zum Ende dieses Monats antritt, war seine Freude über das „tolle Ereignis“ besonders groß. Er erinnerte daran, dass es bereits 43 Jahre zurückliegt, als NSW zuletzt ein eigenes Schiff in Betrieb nahm. Damals war es die „Kabeljau“.
Große Zuversicht, dass die Investition in die „Nostag 10“ zukunftsweisend und richtig ist, verbreiteten die Sprecher der Partnerunternehmen. Für den Oldenburger Baukonzern Ludwig Freytag, zu dem die TAGU gehört, unterstrich Johannes van der Linde die wachsende Bedeutung der Offshore-Branche. Dafür sei die neue Barge bestens geeignet. Zudem stelle das gemeinsame Know How der drei beteiligten Firmen eine gute Grundlage für erfolgreiche Geschäfte dar.
Ähnlich äußerte sich Hans Helmut Schramm. „Für zukünftige Märkte haben wir ein top ausgerüstestes Schiff“, betonte der Geschäftsführer aus Brunsbüttel. Er sagte dem hochseetüchigen und nach neuen Richtlinien gebauten Ponton eine „rosige Zukunft“ voraus. Dazu passten die Worte der Taufpatin Petra Botter. Sie wünschte den Nostag-Betreibern „volle Auftragsbücher“.
Die gestern begonnene Beladung der Barge mit dem Helgoland-Kabel dauert etwa fünf Tage. Mit der Hilfe von zwei Schleppern soll die „Nostag 10“ am Sonnabend oder Sonntag die Reise nach St.-Peter-Ording antreten. Die Seekabelwerker möchten möglichst vor dem 27. Mai mit den Arbeiten beginnen, weil dann eine Springtide ist.
Auch für andere Projekte
Die Nostag-Betreiber wollen die Barge aber nicht allein für Kabelprojekte nutzen. Da Verlegearbeiten in der Nordsee- und Ostsee nur in den Sommermonaten erlaubt sind, gibt es Freiräume für andere Aufträge, bei denen die „Nostag 10“ als Plattform dient – zum Beispiel im Hafenbau.
Das Helgoland-Projekt hat ein Gesamtvolumen von rund 20 Millionen Euro. Auf etwa die Hälfte davon beläuft sich der Anteil der Norddeutschen Seekabelwerke. Auftraggeber ist der Energieversorger Eon-Hanse.
