NWZ
berichtete). Offenbar waren auch nicht alle Kunden und Vertriebsstellen über die Einstellung der Dienstleistung informiert worden. Bei mir sind noch die Briefmarken von Mail-Express, was soll ich jetzt damit machen? fragt etwa Wolfgang Gerth vom Lappan-Kiosk. Den Mail-Express-Briefkasten vor der Tür hat er gemeinsam mit einem Kunden aufgebrochen, da er nicht mehr geleert worden war. Der hatte noch Briefe hineingeworfen, die ja nun nicht mehr zugestellt werden. Da der Kunde Terminsachen verschicken wollte, hat er sich nun an einen Mitbewerber gewandt. In der Stadt Oldenburg gibt es noch zwei weitere Postdienstleister: die Deutsche Post und Citipost Nordwest, ein Schwesterunternehmen derNWZ
.Im Ammerland hat ein Kunde noch Postsäcke und Kisten des Unternehmens. Er sagte, er sei nicht über die Einstellung des Betriebes informiert worden. Er sei allerdings in den vergangenen Wochen irritiert gewesen, da auf den Rechnungen ein Bankwechsel ausgewiesen war, die Rechnungsnummern einen großen Sprung gemacht hätten und er einen der Zusteller beobachtete, der die Post mit seinem Privatwagen ausfuhr.
Weiter unklar ist das Schicksal der verbliebenen 70 Mail-Express-Beschäftigten, die am Montag vor verschlossener Tür gestanden hatten, als sie ihre Arbeit aufnehmen wollten. Das bestätigte am Dienstag Jürgen Jakobs, Gewerkschaftssekretär bei Verdi. Er erläuterte, dass sich inzwischen die meisten arbeitslos gemeldet hätten. Für den Monat Juli ist den Mitarbeitern nach Aussage von Jakobs kein Geld gezahlt worden. Manche hätten Kündigungen zum 30. Juni erhalten, dann aber weitergearbeitet, andere zum 31. Juli und wieder andere zum 31. August.
Das Unternehmen Mail-Express war nach einer Insolvenz Anfang Juli von der HSD Betreibergesellschaft aus Dreibergen (Gemeinde Bad Zwischenahn) übernommen worden. Als Geschäftsführer firmierte Andreas Tiemann, der jedoch inzwischen in dem Unternehmen nicht mehr zu erreichen ist. Das Firmengelände am Melkbrink blieb auch am Dienstag verlassen.
