Berlin - Sie rechnen nicht gerade mit einem Wirtschaftsboom, aber auch von Krisenstimmung kann keine Rede sein: Für 2017 gehen die Wirtschaftsweisen eher von einem moderaten Wachstum, einem „Kaugummi-Aufschwung“ aus, wie sie bei der Vorlage ihrer Gemeinschaftsdiagnose in Berlin formulierten.

Um 1,4 Prozent wird nach ihrer Einschätzung die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr wachsen. In diesem Jahr sollen es recht respektable 1,9 Prozent werden.

Dabei muss sich die deutsche Wirtschaft nach Analyse der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute wohl vor allem ihrer eigenen Stärke besinnen, um 2017 einem Null-Wachstum zu entgehen. Zu groß seien noch immer die weltwirtschaftlichen Risiken, um starke Impulse von dem einst zentralen Wachstumstreiber, den Exporten, zu bekommen, machen die Ökonomen in ihrer Prognose klar.

Ob Wirtschaftsprobleme in China, der angekündigte Brexit, die Konflikte im Nahen Osten oder die Bankenkrise in Italien und Portugal – „noch immer dominieren Abwärtsrisiken in der Weltkonjunktur“, sagen die Konjunkturexperten. Zwar dürfte sich die Weltkonjunktur 2017 etwas bessern und damit auch die Exporte wieder zunehmen. Dennoch bleibe die Sorge, dass der Brexit-Virus mit den vielerorts verbreiteten Globalisierungsängsten auf andere Länder überspringen könnte. Das würde Deutschland spüren.

Die deutsche Wirtschaft bleibe daher weiter auf binnenwirtschaftliche Wachstumstreiber angewiesen: Den robusten Arbeitsmarkt und den privaten Verbrauch, auch wenn es Anzeichen für eine leichte Eintrübung des Konsumklimas gibt. Die Wirtschaftsweisen bleiben dennoch für 2017 optimistisch: Die Löhne und Gehälter werden weiter wachsen, wenn auch langsamer, die Renten deutlich zulegen. Der Arbeitsmarkt könnte stabil bleiben.