Drantum - „Ohne Solidarität, Maßhalten und Selbstbegrenzung verkommen der Mensch und die Gesellschaft.“ Prälat Peter Kossen hat auch am frühen Mittwochabend bei einem Besuch der Wirtschaftsjunioren der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer in einer Whiskey-Destillerie im Ecopark bei Drantum wie gewohnt kein Blatt vor den Mund genommen.

„Wirtschaft und Ethik“ war das Thema, zu dem Andrea Maria Waden, diesjährige Sprecherin der Wirtschaftsjunioren, eingeladen hatte. Rund 30 Mitglieder waren gekommen, um Kossen sowie die Präsidentin der Universität Vechta, Prof. Dr. Marianne Assenmacher, zu hören, die den Vechtaer Studiengang „Wirtschaft und Ethik – Social Business“ vorstellte. Moderiert wurde der Abend von Uwe Haring, dem Geschäftsführer des Zweckverbands Ecopark, der den Ecopark und das Oldenburger Münsterland kurz vorstellte. Im Anschluss führte Jens Lübbehusen durch seine Malt Destill.

Gespannt verfolgten die Wirtschaftjunioren die Darstellungen Kossens und Assenmachers. Der Prälat bezog sich auf die Katholische Soziallehre, die sich zu Eigentum und Wettbewerb bekenne, aber auch gleichzeitig davor warne, den Menschen nur von seiner Leistungsfähigkeit her zu würdigen. Ein weiterer wichtiger Begriff neben der Personenwürde sei der der Solidarität. Geben und Nehmen, Arbeiten und Konsumieren bedürften des Maßes und der Fähigkeit zum Verzicht. Der Mensch und mit ihm die Schöpfung müssten in das Zentrum des Wirtschaftens rücken, forderte Kossen.

Im 2011 ins Leben gerufenen Studiengang „Social Business“ gehe es viel um Verantwortung und Nachhaltigkeit, erklärte Assenmacher. Mittlerweile seien 290 Studierende eingeschrieben. Unter anderem stünden ökologische und soziale Folgen wirtschaftlichen Handelns im Mittelpunkt. Im Studiengang gehe es darum, Betriebs- und Volkswirtschaft mit den sozialen Wissenschaften und der Philosophie zu verbinden – und das mit klaren Praxisbezügen. Ethisches Handeln der Unternehmern würde immer häufiger zur Chefsache gemacht, denn nur sauber zu arbeiten und Steuern zu zahlen reiche nicht mehr: „Die Gesellschaft verlangt mehr“, so Assenmacher.