Von Rüdiger zu Klampen
Frage:
Herr Professor Nicolai, zu Ihren Aufgaben gehört mit der „Stiftungsprofessur Entrepeneurship“ die Förderung von Firmengründungen aus der Universität heraus. Wie gründungsfreundlich sind denn heutzutage die Studierenden und die Mitarbeiter der Oldenburger Hochschulen?Nicolai:
Die Neigung unter Studierenden, Dozenten und wissenschaftlichen Mitarbeitern, eine eigene Firma zu gründen, könnte noch ausgeprägter sein. Zu oft macht man sich eher aus der Not heraus selbstständig – nicht aber, weil eine Unternehmensgründung als eine selbstverständliche Karriereoption betrachtet wird. Unser Ziel ist es, das Wissens-Potenzial, das in den Hochschulen aufgebaut wird, offensiv in Ausgründungen umzumünzen, so das marktfähige Produkte entstehen und Arbeitsplätze geschaffen werden.Frage:
Was wird an den Hochschulen getan, um das zu stimulieren?Nicolai:
Das geht nur in vielen kleinen Schritten. Dazu gehören Lehr-Angebote mit Handwerkszeug zu den Gründungsschritten und zum Beispiel konkrete Hilfen für wachstumsorientierte Gründungen über unser Venture-Lab. So etwas gab es früher nicht. Wir versuchen generell, die Kultur in den Hochschulen gründerfreundlicher zu machen, also einen Klimawandel für unternehmerische Betätigung herbeizuführen. Dazu gehört auch die Unterstützung des kürzlich gegründeten Entrepreneurship Clubs der Universität.Frage:
In welchen Bereichen gibt es nach ihren Beobachtungen die meisten Gründungen?Nicolai:
Traditionell bilden Naturwissenschaften und Informatik einen Schwerpunkt. Aber aktuell blühen auch verschiedenste Dienstleistungen rund um Unternehmen und Privathaushalte.Mehr Gründungen aus den Hochschulen heraus möchte der Oldenburger Professor Dr. Alexander Nicolai anstoßen.
