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WISSENSCHAFT Auf Weltreise Wetterkapriolen erleben

Das Gebäude stellt in Bremerhaven ein neues städtebauliches Wahrzeichen dar. Der Besucher wird auf eine Fahrt entlang des 8. Längengrades mitgenommen.

Von Klaus-Peter Jordan

Bremerhaven

– Wer sich für das Klima auf der Welt und die Klimaveränderungen interessiert, aber nicht das nötige Kleingeld für eine Weltreise hat, der sollte demnächst einmal nach Bremerhaven fahren. Dort wird Ende Juni das ,,Klimahaus Bremerhaven 8° Ost“ eröffnet. Es ,,vereint in einmaliger Weise Klimaforschung und Freizeiterlebnis unter einem Dach“, schwärmt Wolfgang Kusch, Präsident des Deutschen Wetterdienstes. Für das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung Bremerhaven ist das Klimahaus ,,ein hervorragender Partner, der dieses wichtige Thema wirkungsvoll der Öffentlichkeit präsentiert“, sagt Prof. Dr. Karin Lochte, Direktorin des renommierten Instituts. Und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fasste kürzlich ihren ersten Eindruck nach einem Besuch auf der Noch-Baustelle so zusammen: ,,Das wird eine ganz spannende Sache.“

Viele Vorschusslorbeeren für das neue städtebauliche Wahrzeichen der Stadt an der Wesermündung. Zu übersehen ist es nicht: 125 Meter lang, 82 Meter breit ähnelt es einem riesigen, vor dem Neuen Hafen aufgelaufenen Schiff. Die imposante Fassade des geschwungenen Baukörpers besteht aus 4700 einzeln angefertigten hellgrünen Glasscheiben.

Neuer Glastunnel

Man nähert sich dem Klimahaus am eindruckvollsten vom Columbus-Center aus durch den neuen Glastunnel, der über Columbusstraße und Alten Hafen führt.

Hauptattraktion des Klimahauses ist zweifellos die Reise um die Welt von Bremerhaven, immer entlang des 8. Längengrades Ost. Ein Team des Klimahauses hat alle neun Orte der Weltreise besucht.


Auf Gleis 2 des Bremerhavener Hauptbahnhofs steigt der Besucher bildlich in einen Zug, der ihn zunächst auf die Blüemlisalp im Schweizer Kanton Uri bringt. Auf weiteren Stationen der Weltreise werden Sardinien, Niger in der Sahelzone, der Nationalpark Korup in Kamerun, eine Polarstation in der Antarktis, die Inselwelt von Samoa, St. Lawrence Island in Alaska und die Hallig Langeness in der Nordsee besucht, bevor man wieder in Bremerhaven ankommt.

Der Weltreisende durchwandert vielfältige Klimazonen und trifft Menschen, deren Alltag stark durch das jeweils vorherrschende Klima bestimmt wird. So kann er in der Schweiz auf einen Gletscher steigen, wozu ständig Eis erzeugt wird. Im Niger wird er die Problematik der Wasserversorgung kennenlernen und in einem Original-Touareg-Zelt Platz nehmen können. Auf Samoa erwarten ihn Strand, Sonne und Meer, aber auch die bedrohten Korallenriffe. Er besteigt ein Schiffs-Wrack und taucht ein in eine Unterwasserwelt mit exotischen Fischen – alle natürlich aus dem Pazifischen Ozean.

Der Besucher wird auf der Weltreise extreme Temperaturen erfahren – von minus sechs Grad bis plus 36 Grad – und erstaunliche Pflanzen und Tiere finden. Er wird fremde Geräusche, Klänge und Gerüche erleben. ,,Mit interaktiven Exponaten helfen wir den Besuchern, auch komplexe Zusammenhänge im Klimageschehen der Erde zu begreifen“, erklärt Klimahaus-Sprecher Sebastian Lamotte.

Neben der Weltreise erwarten die „Forscher“ noch die Themenwelten ,,Elemente“ und ,,Perspektiven“. In den ,,Elementen“ geht es um das Zusammenspiel von Feuer, Erde, Wasser und Luft. Erklärt wird die Funktionsweise des Systems Erde und die Wirkung von verschiedenen Einflüssen. Der Gast kann z. B. mit Sonnenstrahlen experimentieren und einen Sturm verursachen. ,,Rund einhundert interaktive Exponate stehen zur Verfügung“, so Lamotte.

Blick in die Zukunft

In den ,,Perspektiven“ geht es um die Auswirkungen der Klimaveränderungen. Personen aus den neun Zielen, die der Besucher auf seiner Weltreise kennengelernt hat, berichten, wie es bei ihnen in 20 bis 40 Jahren aussehen wird. Zum Schluss wird offenbart, was er selbst in seinem Alltag zur Reduzierung des klimaschädlichen Kohlendioxids tun kann. ,,Ab hier beginnt deine Zukunft“ steht auf dem Vorhang, durch den der Reisende am Ende wieder in die reale Welt tritt.

Für Arne Dunker, Geschäftsführer des Klimahauses, ist das Konzept ,,weltweit einmalig“. ,,Wir machen den Besucher zum Entdecker, Forscher und Klima-Verbündeten.“ Er muss dafür nur nach Bremerhaven 8° Ost kommen.

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