WITTENBERGE - WITTENBERGE - Peter Deicke ist in seinem Element: „Für mich macht ein Pferd keine verrückten Sachen. Wenn es wie da hinten“, er zeigt dabei auf ein Pferd auf dem Platz, „einen Stuhl umwirft, lobe ich es und es bekommt Futter. Und es wird das wiederholen. So übe ich die Tricks ein.“ Und tatsächlich: Nur durch Futter belohnt, wirft das Pferd den Stuhl immer wieder mit seinem Kopf um. Ein Lehrbeispiel, das eigentlich gar nicht auf dem Programm stand.
Am vergangenen Wochenende trafen sich auf dem Hof von Anke Bergmann in Wittenberge zehn Reiter mit ihren Pferden, um an dem Seminar „Zirkuslektionen mit Peter Deicke“ teilzunehmen. Eingeladen hatte die Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer (VFD), Bezirksverband Ammerland. Vermittelt werden sollten die Grundzüge einiger Zirkuslektionen, wie das Betreten einer Brücke oder Wippe, das Besteigen eines Podestes, Trinken aus dem Glas oder die Verbeugung, das so genannte Kompliment. Lektionen, bei denen das Pferd seine Angst überwinden muss, so Deicke.
Elke Wienert aus Hoope (Landkreis Cuxhaven) hat von den Teilnehmern den weitesten Anfahrtsweg. Ihr Shetland-Pony zeigt sich sehr gelehrig. „Wir nehmen beide zum ersten Mal an solch einem Kursus teil, und es macht Spaß.“ Schon nach gut einem Tag hat ihr Pony gelernt, aus dem Glas zu trinken, und auch die Verbeugung klappt ganz gut, zum Erstaunen der Reiterin.
Peter Deicke aus Holle bei Hildesheim, Museumsdirektor, Bauer und Clown, dressiert nach eigenen Angaben „alles von Mäusen bis zu Pferden“. Einige Fernsehproduktionen wären ohne ihn kaum möglich gewesen, erzählt er. Den Teilnehmern dieses Seminars versuchte er vermitteln, dass bei den erlernten Tricks und Lektionen nur mit Belohnung gearbeitet wird. „Dabei lernen die Menschen, zum Tier Vertrauen aufzubauen und haben als Folge hoch motivierte Pferde“, erläutert Deicke.
Anke Ledebur-Spielmann aus Wardenburg beteiligt sich mit ihrem Pferd der Rasse „New Forest“ ebenfalls zum ersten Mal an diesem Seminar. Die Übungen gefallen ihr gut. „Es ist etwas Neues, etwas, das man auch zu Hause weiter üben kann. Und es ist eine andere Form, mit einem Pferd zu arbeiten.“ Auch ihr Pferd zeigt sich sehr gelehrig. „Eigentlich“, findet Peter Deicke, „brauchen die Tiere mehr Zeit, um die Aufgaben zu lernen. Aber hier haben wir einige Tiere dabei, die wirklich talentiert sind.“ Und dabei meint er eben nicht nur das Pferd, das an diesem Wochenende gelernt hat, einen Stuhl umzuwerfen.
