WITTMUND - Eine Fleischerei in Wittmund hat offenbar verdorbenes Fleisch zum Verkauf angeboten. Das auch für Wittmund zuständige Veterinäramt Jade-Weser hat dem Fleischer wegen des dringenden Verdachts auf Verstöße gegen lebensmittelhygienische Vorschriften den Verkauf von Fleisch und Fleischwaren untersagt.

Gründe für das Verkaufsverbot seien ein „vorbeugender gesundheitlicher Verbraucherschutz“, betonte der stellvertretende Leiter der Veterinärbehörde, Dr. Andreas Graf. Unklar ist, ob Teile des verdorbenen Fleischs vor dem Eingreifen der Behörde über den Ladentisch gegangen sind. Graf unterstrich, dass es durch das Fleisch noch nicht zu Erkrankungen von Kunden der Fleischerei gekommen sei.

Das Veterinäramt hatte Graf zufolge das Verkaufsverbot bereits am vergangenen Montag ausgesprochen. Zuvor waren Proben aus dem Betrieb vom Lebensmittelinstitut in Oldenburg untersucht und beanstandet worden. Die Proben waren nach Hinweisen aus der Nachbarschaft auf mögliche Missstände entnommen worden. „Das Fleisch war eklig, verdorben und teilweise gesundheitsgefährdend“, sagte am Freitag die Sprecherin des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), Hiltrud Schrandt. In einigen Proben seien auch Salmonellen gefunden worden.

In der Nachbarschaft war schon länger aufgefallen, dass der Betrieb offenbar nicht nur mit sauberen Mitteln arbeitet. Anlieger berichten von Geruchsbelästigungen und von dubiosen Zulieferern. Der Fleischerladen war in Wittmund bekannt für seine extrem günstigen Preise.

Die Fleischerei hat Graf zufolge nicht selbst geschlachtet, sondern mit Fleischprodukten aus anderen Schlachtereien gehandelt. Nach Angaben des Veterinäramts wurde der gesamte Warenbestand beseitigt. Das Geschäft bleibt vorläufig geschlossen. Die Staatsanwaltschaft Aurich ermittelt gegen den Fleischer wegen Verstößen gegen das Lebensmittelgesetz.