WITTMUND - Schon lange ist der Nordwesten eine Energiedrehscheibe: Zahlreiche Pipelines für Öl und Gas kreuzen die Region, und Wilhelmshaven ist ein bedeutender Umschlagplatzplatz für Energieträger wie Kohle und Öl.
Diese Entwicklung soll auch mit Blick auf die Energieversorgung der Zukunft fortgesetzt und forciert werden. Der Allgemeine Wirtschaftsverband Wilhelmshaven Friesland (AWV) und seine Partner in der Ems-Jade-Region hatten das Thema deshalb in den Mittelpunkt des 12. Unternehmerforums „Position“ in der Wittmunder Stadthalle gestellt, an dem am Dienstagabend rund 200 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung teilnahmen.
Wittmund war als Veranstaltungsort auch deshalb gut gewählt, weil in dem ostfriesischen Landkreis mit der Kavernenanlage der IVG Caverns GmbH in Etzel ein bedeutendes Unternehmen der Energiebranche tätig ist – und kräftig investiert. IVG-Geschäftsführer Manfred Wohlers betonte als Gastredner, dass sich der Betrieb zur Speicherung von Gas und Öl in riesigen, aus Salzstöcken ausgespülten Kavernen längst von einer reinen Vorratshaltung zu einem hochdynamischen Speicher entwickelt habe, mit dessen Hilfe Schwankungen bei der Produktion erneuerbarer Energien ausgeglichen und Tagesflexibilität mit Blick auf den Energieverbrauch geboten werden könnten. Eine große Herausforderung der Zukunft sei die effektive Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien.
Das unterstrich auch der zweite Redner des Abends, Dr. Peter Ahmels von der Deutschen Umwelthilfe. Erneuerbare Energien seien inzwischen allgemein anerkannt. Nun gehe es darum, den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid zu verringern.
Eine Speicherung von Kohlendioxid in unterirdischen Lagern lehnten beide Redner als unwirtschaftlich und umweltschädlich ab.
