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Bildung Wo arme Kinder sich entfalten

Wilfried Leser

Bösel - Besuch aus Honduras hatte nun das Weltladenteam Bösel im Pfarrheim. Gekommen waren Alta Gracia Cruz, die Leiterin des Hogar San Rafael, sowie die Mitarbeiterin Leticia Lopez. Beide sind auf Einladung der Liebfrauenschule Cloppenburg, die das Projekt Hogar San Rafael in Honduras seit Jahren unterstützt, in Deutschland.

Die Besucherinnen aus Honduras waren in Begleitung der Spanischlehrerin Elisabeth Olberding, Agnes Hake von der Honduras AG der Schule und der Abiturientin Lisa Weckbecker gekommen. Sie waren im vergangenen Jahr in dem zentralamerikanischen Land gewesen.

Die Gäste aus Honduras waren nicht ohne Grund in Bösel: Das Weltladenteam Bösel unterstützt seit der Gründung vor mehr als 15 Jahren ebenfalls das Hogar San Rafael. „Wir sind sehr dankbar, Sie kennenzulernen“, begrüßte Alta Gracia Cruz die Böseler. „Wir haben in Cloppenburg und hier das Gesicht Gottes durch die vielen Leute kennengelernt“, sagte sie.

Selbstwertgefühl

Sie gab einige Informationen über das Hogar San Rafael, das aus einem Kinderheim und einer Schule besteht. Die Schule werde auch von externen Kindern besucht. Auf drei Dinge werde im Hogar besonderen Wert gelegt: Gesundheit, Kunst und Bildung.

Die Kinder kommen zum Teil aus ganz ärmlichen Verhältnissen. „Sie werden bei uns ernährungstechnisch gut versorgt. Auch die Grundlagen der Hygiene, wie Waschen oder Zähneputzen, lernen sie bei uns“, sagt Cruz. Im kunsttherapeutischen Raum haben die Kinder Gelegenheit, feinmotorische Dinge anzufertigen. „Hier können sie sich entfalten, das ist auch besonders für ihr Selbstwertgefühl sehr wichtig“, führt Cruz aus.


Feste werden gefeiert

An vielen Projekten nehmen die Kinder teil. Bananen werden gepflanzt, Mais gesät, Bohnen angebaut. Wichtig sei das regelmäßige Mittagessen. Gerne gefeiert werden kulturelle Feste wie zum Beispiel ein Musikfestival, wo kräftig gesungen wird. Ein großes Event im Jahr ist ein Ausflug aller Kinder zum Strand.

Im Hogar wird auch eine kleine Rinderzucht betrieben. Die Milch wird selbst verwertet, von einem Teil wird Käse und Quark gemacht, der dann von den Schülern verkauft wird. Auch nach dem Schulbesuch werden die Schüler weiter bei monatlichen Treffen betreut, um so sicherzustellen, dass sie nicht in die Gewalt von Banden fallen. Von 68 abgegangenen Schülern sei nur einer auf die „schiefe Bahn“, freut sich Cruz.

Lkw großer Wunsch

Ein Wunsch hat sie noch. Die Schüler werden bisher auf einem einfachen Lkw transportiert – nicht gerade ungefährlich. Jetzt soll ein Bus angeschafft werden.

Dafür konnte Ulla Schmolke vom Weltladenteam Bösel ein Scheck über 4000 Euro als Zuschuss überreichen. „Das Geld stammt aus unseren Erlösen aus dem Weltladen und einigen Aktionen“, so Schmolke. 2500 Euro davon stammen aus dem Benefizessen am Martinstag, das Martin Pille organisiert hatte.

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