Oldenburg - Fast jedem wurde schon einmal bei einem Arztbesuch ein bisschen Blut abgenommen. Klar, denn das Blut kann Aufschluss darüber geben, ob man gesund ist oder welche Krankheit man hat. Doch was zwischen dem Pieks und der Diagnose passiert, wissen die wenigsten Menschen. „Medizinisch-‐technische Laboratoriumsassistenten, Chemiker und Laborärzte üben ihre Tätigkeiten meist im Verborgenen aus“, sagt Prof. Dr. Dr. Klaus Peter Kohse, Direktor des Laborinstituts im Klinikum Oldenburg.

Daher lud das Klinikum am Sonnabend zum Welttag des Labors alle Interessierten dazu ein, das Zentral- und das mikrobiologische Labor bei geführten Rundgängen kennenzulernen. Hier kommen die Röhrchen mit den Proben per Rohrpost an – das geht viel schneller, als wenn sie jemand persönlich herbringen müsste. Sie werden dann im Labor, dem über 250 Untersuchungsmethoden zur Verfügung stehen, vollautomatisch analysiert. Bei mehr als 600 Röhrchen am Tag sei es unmöglich, alle per Hand zu untersuchen, erläuterte eine Mitarbeiterin des Klinikums den Besuchern. Es sei wichtig, dass die Probe richtig abgegeben wurde, denn ist beispielsweise zu wenig Blut im Röhrchen könne es dazu kommen, dass das Ergebnis verfälscht werde. Die Labormitarbeiter kontrollieren dann, ob das Ergebnis, zu dem die Maschinen gekommen sind, schlüssig ist.

Das Zentrallabor des Klinikums ist jeden Tag rund um die Uhr geöffnet. Schließlich müssen die Werte der Patienten auf der Intensivstation auch am Wochenende und an Feiertagen alle drei bis vier Stunden kontrolliert werden oder es müssen neue Diagnosen gestellt werden. Die Labore haben also einen großen Anteil an der Diagnose von Krankheiten. Ihre Ergebnisse entscheiden aber auch über deren Therapie und sie kontrollieren, ob diese erfolgreich war.

Um das Geschehen praktisch am eigenen Leib zu erfahren, konnten die Besucher ihre Blutzucker- oder Cholesterin-Konzentration im Blut bestimmen lassen. Ergänzt wurde die Veranstaltung durch Kurzvorträge von Dr. Josef Hellkamp über die Arbeit von Labormitarbeitern.