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Investition In Lackierhalle „Beste Ausbildungsstätte“ im Nordwesten

Stephan Onnen

Oldenburg - Gleichmäßig schwenkt Lisa Tirre die Spritzpistole hin und her. Das Gerät zischt und spuckt Farbe aus, die sich wie Nebel auf einen Kotflügel legt. Die 18-jährige Oldenburgerin steht in einer der neuen Lackierkabinen der Fahrzeuglackierwerkstatt des Berufsbildungszentrums der Handwerkskammer (HWK) Oldenburg. In der nagelneuen Halle absolviert sie ihre überbetriebliche Ausbildung. „Die Bedingungen sind toll“, schwärmt sie. „Hier hat man viel Raum, sich auszuprobieren und Kreativität zu entwickeln“, ergänzt Mit-Auszubildende Tanja Wilms (38).

Die Lackierer-Lehrlinge waren im Januar dieses Jahres die erste Berufsgruppe, die die von Grund auf renovierte Ausbildungsstätte an der Schütte-Lanz-Straße wieder beziehen durfte. Maler- und Lackierermeister Matthias Miethke konnte die Ausstattung der zwölf Übungsarbeitsplätze nach seinen Vorstellungen mitgestalten. Mit dem Ergebnis ist er hochzufrieden: „Das sind die besten Arbeitsplätze, die man sich denken kann“, sagt Miethke im Brustton der Überzeugung.

Ähnliches Lob hat der Präsident der Handwerkskammer, Manfred Kurmann, vor knapp vier Wochen auch beim Landeswettbewerb der Nachwuchs-Schweißer zu hören bekommen, als talentierte Auszubildende aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein ihre Besten in der neuen Oldenburger Schweißwerkstatt ermittelt haben. „Uns wurde bescheinigt, die beste Ausbildungsstätte im Norden zu sein“, freut sich Kurmann. Bis zu 40 Lehrlinge gleichzeitig können hier Kenntnisse erlernen. Zudem habe das angegliederte Internat, in dem sich 28 Zimmer auf zwei Etagen befinden, während des Landeswettbewerbs seine „Nagelprobe bestanden“, berichtet der technische Leiter des Berufsbildungszentrums (BBZ), Hajo Kreye.

Vom alten BBZ, wie man es vor der energetischen Modernisierung kannte, sind nur noch die Grundmauern übrig geblieben. Und auch die erkennt man nicht wieder. Die früheren Klinkerwände sind jetzt strahlend weiß verputzt. Im Oktober 2013 hatten die Abbrucharbeiten begonnen. Die beiden Gebäude, in denen die Schweiß-, Holz-, Maler- und die Lackiererwerkstatt untergebracht waren, wurden vollständig entkernt. Insgesamt 10 300 Quadratmeter Raum wurden „angefasst“, bilanziert der Hauptgeschäftsführer der Kammer, Heiko Henke. Die Rohbauarbeiten starteten im Februar 2014, jetzt biegt man auf die Zielgerade ein. Verwaltungstrakt, Kantine und die zwölf neuen, mit modernen Smartboards ausgestatteten Seminarräume (für bis zu 60 Lernende) werden derzeit eingeräumt.

Neues Domizil für Maler

Während die übrigen Ausbildungsstätten im Altbestand saniert wurden, gibt es auch einen Bereich, der als Anbau ganz neu entstanden ist: die Malerwerkstatt, die im März ihren Betrieb aufgenommen hat. „Man kann sich nichts Besseres wünschen“, freut sich Meisterin Heidi Köster über die optimalen Bedingungen für ihre Schützlinge. Maximal zwölf Plätze stehen zur Verfügung.

Allein die Tischlerwerkstatt ist noch nicht komplett. Am Freitag, 10. Juli, dem Tag der offiziellen Einweihung, werden noch Hobelbänke und die Hälfte des Maschinenparks fehlen. Ende Juli, so schätzt Hajo Kreye, wird auch in diesem Bereich die Ausbildung starten. Zwei Tage nach der offiziellen Inbetriebnahme veranstaltet die Handwerkskammer am 12. Juli einen Tag der offenen Tür für Mitgliedsbetriebe, bei dem die neuen Werkstätten in Aktion gezeigt werden. HWK-Präsident Manfred Kurmann, Hauptgeschäftsführer Heiko Henke und BBZ-Leiter Hajo Kreye gewährten der NWZ  bereits jetzt einen exklusiven Vorabblick in die neuen Räume.


Rund 13 Millionen Euro wurden in den Standort investiert. 7,5 Millionen Euro stammen aus Bundesmitteln, das Land Niedersachsen steuert 3,7 Millionen Euro bei, den Rest finanziert die Kammer aus eigenen Mitteln. Wichtig für Kurmann: „Wir sind im Kostenrahmen geblieben. Wir sind schließlich nicht die Elbphilharmonie.“

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