Iserloy - Ricarda (12) und Alicia (10) sind wild entschlossen, sich ihren Weg durch die 2,50 Meter hohen Pflanzen zu bahnen. Damit es vielleicht noch besser funktioniert, lassen sich die Schwestern aus Berlin ein GPS-Gerät von Michael Garms geben und marschieren mit ihren Großeltern Irmgard und Eckhard Priebe aus Wildeshausen los ins Maislabyrinth in Iserloy (Gemeinde Dötlingen). Denn Hochspringen hilft wenig bei der Orientierung.
Die Suche nach dem richtigen Weg im Maislabyrinth von Iserloy kann beginnen. Dass man sich hier richtig schön verlaufen kann, dafür hat Michael Garms, Besitzer des Feldes und Betreiber des Golf- und Gartencafés Iserloy, gesorgt. Bereits zum achten Mal hat der 35-Jährige die unterschiedlichsten Labyrintharten wie Schachbrettmuster oder Kreisformen in das 45 000 Quadratmeter große Maisfeld gemäht.
Dabei sah es vor ein paar Wochen noch schlecht aus. „Erst der kalte Frühling, dann gleich die Trockenheit. Wir haben das Labyrinth 14 Tage später eröffnet. Da fehlen uns zwei Wochen“, so Garms. Jetzt steht der Mais prächtig und der junge Landwirt hat im Vorfeld ganze Arbeit geleistet.
Sollte der Besucher die zahllosen Sackgassen meiden können und den direkten Weg vom Start- zum Zielpunkt finden, ist er 1,5 Kilometer unterwegs. Insgesamt wurde eine Wegstrecke von fünf Kilometern durch den Mais gemäht.
Aufgeteilt ist das Labyrinth in mehrere Musterfelder, die über einzelne Übergänge miteinander verbunden sind. „An diesen Übergängen, an denen jeder automatisch vorbei muss, finden sich auch Rätselfragen zum diesjährigen Hauptthema Tierkinder“, erklärt Michael Garms, der vor acht Jahren die Idee für das Maislabyrinth hatte. Damals war er selbst Besucher eines Labyrinths im Maisfeld und war sofort von dem Konzept begeistert.
Notausgang im Irrgarten
Inzwischen ist er ein Routinier für das Anlegen eines Maislabyrinths, bei dem die Planung schon vor der Aussaat abgeschlossen sein muss. Mit Zeichen am Boden wurden die Wege markiert, damit das Saatgut dort auch fern bleibt. Ein ursprünglich nicht für Feldarbeiten vorgesehener Rasenmäher sorgte letztlich für die freien Wege. „Ich lasse mir jedes Jahr etwas Neues einfallen“, so Garms.
Dabei denkt er immer auch an einen Notausgang in seinem Irrgarten, damit letztendlich alle Besucher zurückfinden. In diesem Jahr befindet dieser Notausgang sich etwa in der Mitte des Feldes. Dieser Weg ist auch der einzige, der im Feld ausgeschildert ist. Es sind vor allem Kinder, die gerne das Abenteuer im Labyrinth auf sich nehmen,. Aber wie man an Familie Priebe sieht, haben auch die Erwachsenen ihren Spaß daran.
Schatzsuche per GPS
Die Großeltern und ihre Enkeltöchter sind auch nach 45 Minuten noch nicht zurück. Der Irrgarten hat es in sich.
Seit drei Jahren gibt es auch Rätselaufgaben im Labyrinth, die sich nur mit GPS-Gerät lösen lassen. Mit Hilfe des Navigationssatellitensystem kann man seine Position bestimmen. Bei der Schatzsuche muss man vier Rätsel per GPS finden und erhält dabei Zahlen, wodurch sich am Ende eine Schatzkiste öffnen lässt, so Garms. Diese Hinweise können dann durchaus auch in einer Sackgasse versteckt sein.
Alternativ zur Schatzsuche lässt sich auch auf Räuberjagd gehen. Laut einer kleinen Vorgeschichte wurde eine Bank in der Nähe ausgeraubt und der Täter soll durch das Maisfeld geflüchtet sein. Wer schon immer mal Detektiv spielen wollte, kann im Labyrinth per GPS-Daten Spuren finden, die unter den sechs Tatverdächtigen den wirklichen Täter herausfiltern werden.
Irgendwann tauchen dann die vier Priebes wieder auf. Sie kennen jetzt viele Sackgassen in dem Labyrinth. „Am Notausgang waren wir ständig“, sagt Eckhard Priebe schmunzelnd. „Aber wir waren auch nicht nur in Sackgassen, wir haben auch was gefunden“, betont Ricarda. „Ab und zu haben wir uns auf das GPS verlassen, aber manchmal hätte man dann auch durch eine Wand gehen müssen“, erklärt Alicia.
Für die Mädchen aus Berlin gehört das Maislabyrinth in Iserloy schon zum festen Programm, wenn sie in den Sommerferien bei den Großeltern in Wildeshausen zu Gast sind. Und vielleicht kriegen sie Oma und Opa ja herum, mit ihnen am Sonnabend das Abenteuer Maislabyrinth noch einmal zu steigern: Dann lädt Michael Garms bis 24 Uhr zum Nachtwandern ein. Taschenlampe nicht vergessen.
