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Hintergründe zum „Korridor B“ Wo die neue Stromautobahn verlaufen soll

Auch für die Stromautobahn „Korridor B“ sollen Erdkabel und Leerrohre verlegt werden (im Bild eine Amprion-Baustelle in Raesfeld/NRW)

Auch für die Stromautobahn „Korridor B“ sollen Erdkabel und Leerrohre verlegt werden (im Bild eine Amprion-Baustelle in Raesfeld/NRW)

Weihrauch/dpa

Dortmund/Wilhelmshaven/Cloppenburg - Die Zeit der Kohlekraftwerke läuft ab. Damit die Industrieregionen im Westen und im Süden aber auch künftig die benötigte Energie erhalten, muss nicht nur der Ausbau der Windenergie beschleunigt werden, sondern auch der vor allem in den Küstenregionen produzierte Windstrom in diese Gebiete transportiert werden. Kernstück sind dabei mehrere „Stromautobahnen“. Für einen dieser besonders leistungsstarken Stromverbindungen, den „Korridor B“, hat der Übertragungsnetzbetreiber Amprion (Dortmund) am Mittwoch den favorisierten Trassenverlauf vorgestellt. Fragen und Antworten:

Was verbirgt sich hinter „Korridor B“ ?

Beim Projekt „Korridor B“ sind zwei Leitungen (Vorhaben Nr. 48 und 49) mit einer Gesamtlänge von rund 710 Kilometern vorgesehen, die Windenergie (und zwar sowohl auf See als auch an Land erzeugte) von der Nordseeküste durchs Oldenburger Land ins Ruhrgebiet transportieren sollen. Eine Verbindung führt über rund 440 Kilometer von Heide (Schleswig-Holstein) nach Polsum bei Marl (NRW), die andere über 270 Kilometer von Wilhelmshaven nach Hamm (NRW). Geplant wird „Korridor B“ laut Amprion „vorrangig als Erdkabel“. Das Projekt soll in Höchstspannungsgleichstrom-Technologie (HGÜ) mit einer Nenngleichspannung von 525 Kilovolt umgesetzt werden. Laut Amprion umfasst „Korridor B“ damit „zwei der leistungsstärksten Stromverbindungen, die im Zuge der Energiewende neu zu bauen sind“. Die Kapazität der beiden Vorhaben entspreche mit vier Gigawatt (GW) der elektrischen Leistung von fünf Kohlekraftwerken. Durch den Einbau zusätzlicher Leerrohre lasse sich die Kapazität der Trassen künftig auf bis zu acht GW ausbauen.

Informationen für Bürger

Auf rund 50 Veranstaltungen will der Netzbetreiber Amprion im August und September auch die Bürger in den Regionen über das Projekt „Korridor B“ informieren und Fragen beantworten. Eine Anmeldung ist laut Amprion nicht notwendig. Folgende Bürgerinfomärkte und Infostopps sind im Oldenburger Land geplant:

24. August, 18-20 Uhr: Stadthalle Elsfleth25. August, 18-20 Uhr: Jade Hochschule Wilhelmshaven29. August, 18-20 Uhr: Traditionshaus Taphorn, Cloppenburg8. September, 10-12 Uhr: Rathaus Löningen8. September, 18-20 Uhr: Rathaus Garrel12. September, 10-12 Uhr: Wilhelm-Wellmann-Platz, Großenkneten12. September, 14-16 Uhr: Bahnhofsplatz Hude12. September, 18-20 Uhr: Altes Rathaus, Friesoythe13. September, 10-12 Uhr: Marktplatz Westerstede13. September, 14-16 Uhr: Bürgerhuus, Bockhorn13. September, 18-20 Uhr: Rathaus Brake

 

Wo soll die neue Stromautobahn verlaufen ?

Bei dem von Amprion favorisierten Verlauf beginnt eine Trasse in Wilhelmshaven, wo noch ein Konverter zur Umwandlung von Wechsel- in Gleichstrom errichtet werden muss. Die Verbindung führt dann eher westlich von Sande weiter Richtung Ammerland. Nördlich von Westerstede macht die Trasse einen leichten Knick, so dass sie westlich von der Kreisstadt und östlich von Apen verlaufen soll. Nördlich von Friesoythe ist ein weiterer Knick vorgesehen, so dass die Verbindung östlich an Bösel und westlich an Garrel vorbeiführen soll. Nordwestlich von Cloppenburg trifft die Trasse mit der zweiten Verbindung, die aus Richtung Schleswig-Holstein kommt, zusammen. Über einen Abschnitt von 62 Kilometern sollen die beiden Verbindungen nach den Plänen von Amprion dann parallel verlaufen, ehe sie nordöstlich von Spelle abknickt und dann zum Endpunkt in Hamm führt. Die zweite Trasse startet in Heide (Schleswig-Holstein), quert die Elbe, verläuft weiter südlich von Bremerhaven und quert westlich von Schwanewede die Weser. Weiter geht die Trasse zwischen Oldenburg und Hude und zwischen Kirchhatten und Sandhatten. Nördlich von Dötlingen und Großenkneten knickt die geplante Trasse nach Westen ab und verläuft dann nördlich von Sage in Richtung Cloppenburg, wo sie auf die zweite Verbindung trifft. Endpunkt dieser Trasse ist Polsum bei Marl (NRW). Der genaue Verlauf ist auch hier einsehbar.

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Wie ist der weitere Planungsverlauf ?

Bei dem jetzt vorgeschlagenen Korridor handelt es sich um einen 1000 Meter breiten Korridor, der die Grundlage für die weitere, konkrete Planung des Verlaufs der deutlich schmaleren Erdkabeltrasse bildet. Diesen favorisierten Verlauf will Amprion zusammen mit Alternativen im September bei der Bundesnetzagentur einreichen, womit das Genehmigungsverfahren startet (Bundesfachplanung). Die Netzagentur wird den Vorschlag prüfen und für die Öffentlichkeit zur Diskussion stellen. Amprion hofft, bis 2025 die Genehmigung für den grundsätzlichen Trassenverlauf vorliegen zu haben. In einem zweiten Schritt, dem Planfeststellungsverfahren, soll dann der exakte Verlauf der Leitung festgelegt werden. Amprion hofft laut Gesamtprojektleiter Arndt Feldmann im Jahr 2027 mit dem Bau beginnen zu können. Für die Verlegung der Erdkabeltrasse selbst ist ein Arbeitsstreifen von 40 bis 60 Metern vorgesehen. Die Inbetriebnahme für „Anfang der 2030er Jahre“ vorgesehen.

Amprion plant eine Stromautobahn per Erdkabel von der Nordseeküste ins Ruhrgebiet (im Bild Leerohre der Stromautobahn

PROJEKT „KORRIDOR B“ Stromautobahn durch die Region soll Nordsee-Windkraft ins Netz bringen

Jörg Schürmeyer
Dortmund

Was kostet das Projekt ?

Das gesamte Investitionsvolumen liegt laut Amprion bei zehn Milliarden Euro. Dabei sind sieben Milliarden Euro für das eigentliche Projekt und drei Milliarden für die Verlegung der Leerrohre vorgesehen.

 

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft
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