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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Wo Flüchtlinge ihre Chance bekommen

22.06.2016

Oldenburg Erste Bewerbung für den Preis für Innovative Ausbildung (PIA) der NWZ in der neuen Runde für 2016: Die Oldenburger Chemie-Gruppe Büfa bewirbt sich gezielt um den Sonderpreis für Ansätze zur Integration von Flüchtlingen. Dieser wurde in diesem Jahr angesichts der aktuellen Entwicklung zusätzlich zu den üblichen Preisen eins bis drei ausgeschrieben.

„Die Integration von Flüchtlingen ist uns sehr wichtig“, schreibt Ausbildungsleiterin Sabine Hinrichs am Beginn der Bewerbung. Man wolle gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen, sehe aber zugleich auch eine „Chance, dem beginnenden Fachkräftemangel etwas entgegenzuwirken“.

Konkret hat Büfa mit sechs Flüchtlingen Auswahlgespräche geführt und schließlich vier Syrern ein dreimonatiges Praktikum im Labor beziehungsweise ein einwöchiges Praktikum im Bereich Finanzen und Controlling ermöglicht. Während des Praktikums würden sie eng von Mentoren betreut, erläutert Sabine Hinrichs das Konzept bei Büfa. „Es soll ihnen Orientierung in der deutschen Arbeitswelt ermöglichen und ihnen gegebenenfalls die Möglichkeit eröffnen, in ein reguläres Arbeitsverhältnis übernommen zu werden.“

Ergebnis: „Zwei der Praktikanten werden am 1. August eine Ausbildung bei uns beginnen“, freut man sich bei Büfa. Man machte aber auch die Erfahrung: Bei einem weiteren Praktikanten reiche das Sprachniveau noch nicht für einen Ausbildungsstart in diesem Jahr aus. Jedoch werde er an einem Vorbereitungsprogramm der Agentur für Arbeit teilnehmen, um für den Beginn einer Ausbildung im Jahr 2017 bereit zu sein.

Büfa hat also nicht nur Berufsorientierung durch Praktika ermöglicht. Man geht auch den nächsten Schritt. „Zusätzlich zu unseren regulären 15 Ausbildungsplätzen haben wir drei Plätze für Flüchtlinge eingerichtet.“ Konkret hätten die beiden derzeitigen Praktikanten Omar Jiliati und Mohammad Al Sbih Al Mahamed beide einen Ausbildungsvertrag als Chemielaboranten bekommen. Das ist natürlich auch eine Herausforderung für die Ausbilder. Büfa kündigte interkulturelle Trainings für die Ausbildungsbeauftragten und andere Mitarbeiter an, die eng mit den Kollegen mit arabischem Hintergrund zusammenarbeiten. Auch in das Azubi-Seminarprogramm für den Firmennachwuchs, an dem „selbstverständlich“ auch Omar Jiliati, Mohammad Al Sbih Al Mahamed und Mohammad Obaida Muhrad (einjähriges Vorbereitungsprogramm) teilnehmen, werde ein entsprechender interkultureller Baustein integriert.

Büfa befasst sich als Unternehmen besonders intensiv mit dem Thema Flüchtlinge – und gibt Wissen an andere weiter. Man war im Herbst 2015 auch Gründungsmitglied des regionalen Vereins „pro: connect“, der Unternehmen und Flüchtlinge zusammenbringt. Büfa-Personalleiter Rainer Krause wurde zudem kürzlich vom Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) nach Berlin eingeladen – zum Start des bundesweiten Netzwerks „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“. Im Rahmen dieses Projektes werbe man bei anderen Firmen für die Integration von Flüchtlingen und stehe dafür als Ansprechpartner zur Verfügung.

Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2040

Weitere Nachrichten:

Büfa | Bundesagentur für Arbeit | SPD

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