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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Löninger Metallbauer: Wo Mitarbeiter auch Miteigentümer sind

15.01.2016

Löningen Frage: Herr Mecking, im Nordwesten setzen – über die börsennotierten Unternehmen wie Cewe oder OLB hinaus – nur relativ wenige Unternehmen auf eine Beteiligung der Mitarbeiter. Wie kam das bei Graepel?

Mecking: Ein Konzept dazu hatte ich aus einem früheren Unternehmen, bei dem ich tätig war – dem Agrartechnikspezialisten Claas – quasi mitgebracht.  So mussten wir hier bei Graepel nicht jedes Detail unserer Mitarbeiterbeteiligung neu erfinden. Von der Idee war aber bereits vor Jahrzehnten Friedrich C. Graepel, unser Seniorchef, angetan.

Frage: Was ist bei Graepel der Leitgedanke für eine Beteiligung der Mitarbeiter?

Mecking: Ein zentraler Punkt ist, dass das Interesse der Mitarbeiter an unserem Unternehmen noch weiter steigt.  Man denkt, wenn man als Teilhaber mit im Boot ist, noch intensiver mit, im Idealfall geradezu unternehmerisch, und trägt noch aktiver zum Erfolg bei. Und letztlich geht es uns auch darum, Fach- und Führungskräfte zu binden – und neue anzuwerben.  Man kann sich über die Jahre ein kleines Vermögen oder eine Altersvorsorge aufbauen.

Frage: Graepel ist eine Aktiengesellschaft. Halten die Mitarbeiter also Aktien?

Mecking: Die Aktien liegen im Kreis der Eigentümerfamilie, und diese Struktur soll auch nicht verwässert werden.  Die Konstruktion für die Mitarbeiterbeteiligung sieht so aus: Es wurde eine Beteiligungsgesellschaft, die Graepel-Mitarbeiter-Beteiligungsgesellschaft mbH, kurz GMB, – gegründet. Dort werden die Einzahlungen – formal gesehen stille Beteiligungen – der Mitarbeiter jeweils für einige Jahre gesammelt und an die Gesellschaften der Graepel-Gruppe weitergeleitet. Die GMB ist stellvertretend für die Mitarbeiter am Kapital der Graepel AG beteiligt. Die eingebrachte Summe zählt rechtlich zum Eigenkapital des Unternehmens, kann also in die Zukunft investiert werden. Das ist so doch besser als jeder Bankkredit!

Frage: Von welchen Beträgen reden wir?

Mecking: Wir haben diverse Zeichnungsvarianten, bis 1600 Euro pro Jahr, die mit einer Zuwendung von maximal 360 Euro durch die Firma unterstützt werden. Ein 600-Euro-Anteil kostet den Mitarbeiter dann beispielsweise nur 465 Euro. Zudem können ohne Zuwendung von Graepel weitere stille Gesellschaftsanteile von bis zu 5000 Euro pro Jahr gezeichnet werden. Gesamt-Obergrenze sind pro Mitarbeiter 25 000 Euro.  

Frage: Gewährt Graepel vermögenswirksame Leistungen, und können die eingebracht werden?

Mecking: Ja, Vermögensbildung ist ja eine der Grundideen. Werden die Leistungen genutzt, winkt unterhalb bestimmter Einkommensgrenzen sogar noch eine staatliche Sparzulage in Höhe von 20 Prozent, maximal aus 400 €Euro.

Frage: Wie lange bleibt das Geld im Topf?

Mecking: Jeweils für eine Sperrfrist von sechs Jahren. Für jeden nicht gekündigten Anteilschein verlängert sich das stille Gesellschaftsverhältnis jeweils um ein Jahr. Weitere Anteile können jährlich erworben werden. Zurzeit sind rund 680 000 Euro angesammelt.

Frage: Was springt für die Mitarbeiter dabei heraus?

Mecking: Garantiert ist für das Basisangebot zum Beispiel für eine Beteiligung in Höhe von 600 Euro eine Unternehmenszuwendung von 135 Euro bei einer Anlagedauer von sechs Jahren, die steuer- und sozialversicherungsfrei sind. Obendrauf kommt ein Zusatzbetrag in Abhängigkeit von der Umsatzrendite. Insgesamt ist in den letzten fünf Jahren eine durchschnittliche Rendite von 5,8 Prozent pro Jahr für die Basisbeteiligung herausgekommen – und das, obwohl wir eine Finanzkrise zu überstehen hatten. Das ist meines Erachtens doch sehr lukrativ. 

Frage: Legen Sie denn Ihren Mitarbeiter-Investoren auch die Zahlen offen?

Mecking: Damit haben wir kein Problem. Wir waren schon immer offen – auch wegen der Veröffentlichungspflichten als AG, aber auch als Teil unserer Kultur im Umgang mit dem Mitarbeiter und dem Betriebsrat. 

Frage: Wie können die Mitarbeiter, die in die Beteiligungsgesellschaft einzahlen, konkret unternehmerisch mitreden?

Mecking: Da gibt es zum Beispiel die jährliche Gesellschaftsversammlung, auf der auch den beteiligten Mitarbeitern Ergebnis und Strategie erläutert werden. Es gibt richtig konstruktive Diskussionen, auch mal aus einem anderen Blickwinkel als dem des Managements – auch kritisch. Wichtig: Die Meinungen werden ernstgenommen.

Frage: Wie hoch ist das Risiko?

Mecking: Bei einer Schieflage wäre auch das Risiko eines Verlustes gegeben, bei einer Insolvenz auch der Totalverlust.

Frage: Wie viele Mitarbeiter investieren als stille Gesellschafter in die eigene Firma?

Mecking: Immerhin etwa 65 Prozent unserer mehr als 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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